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Niederlage und Streit bei WM-Teilnehmer Togo

Kairo (dpa) - 22.01.2006, 20:56 Uhr

Sambias Mketani Kennedy (l) wird von Zied Jaziri am Trikot gezogen.
Sambias Mketani Kennedy (l) wird von Zied Jaziri am Trikot gezogen.

Der Rausch ist verflogen. Drei Monate nach der erstmaligen Qualifikation zur Fußball-Weltmeisterschaft steht WM- Teilnehmer Togo vor einem Scherbenhaufen.

Zum Auftakt des Afrika-Cups unterlag das Team aus Westafrika in der Gruppe B in Kairo dem Kongo sang- und klanglos 0:2 und präsentierte sich fünf Monate vor Beginn der Endrunde in Deutschland WM-untauglich. Nach der Partie eskalierte der lang schwelende Konflikt zwischen Coach Stephen Keshi und Stürmerstar Emmanuel Adebayor. Nur mit Mühe verhinderten einige Spieler eine Prügelei der beiden Streithähne im Mannschafts-Bus.

Auch WM-Teilnehmer Angola startete mit einer Pleite in den 25. Afrika-Cup. Das Team verlor in der selben Gruppen gegen Kamerun mit 1:3. «König der Unbezähmbaren Löwen» aus Kamerun, die nicht für die WM in Deutschland qualifiziert sind, war der beim FC Barcelona spielende Torjäger Samuel Eto'o, der alle drei Treffer erzielte. «Eto'o machte den Unterschied aus», sagte Angolas Trainer Luis Goncalvez.

Tunesien, ebenfalls bei der WM dabei, gab sich in Alexandria keine Blöße und startete mit einem 4:1-Sieg gegen Sambia. Nach einem 0:1-Rückstand bescherten Tore von Francileudo dos Santos (36./83./90.+3) und Riadh Bouazizi (52.) dem Cup-Verteidiger im ersten Spiel der Gruppe C drei Punkte. In der gleichen Gruppe sorgte Guinea für eine Überraschung. Das Team des Wolfsburgers Pablo Thiam besiegte Südafrika mit 2:0 (0:0). Gegen den Titelträger von 1996, bei dem der Bielefelder Sibusiso Zuma mitwirkte, erzielten Sabegou Bangoura (78.) und Ousmane Bangoura (87.) die Tore.

WM-Starter Elfenbeinküste feierte dank des Foulelfmeter-Tores seines Stars Didier Drogba vom FC Chelsea in der Gruppe A einen 1:0- Erfolg gegen Marokko.


«Ich werde nicht mehr unter Keshi spielen. Wenn das bedeutet, dass ich die WM verpasse, dann ist das eben so», sagte Togos Top-Stürmer Adebayor nach der Pleite gegen den Kongo. Der 21-Jährige, in der WM- Ausscheidung Top-Torschütze der Afrika-Zone, war erst in der zweiten Halbzeit eingesetzt worden. Er kündigte an, das Team zu verlassen: «Ich werde nach Hause fahren, um am Sonntag meine Mutter zu sehen.»

Keshi hatte zunächst Adebayor aus der Startelf für das Spiel gegen den Kongo gestrichen. Kurz vor Beginn änderte der Trainer seine Meinung. Dann wollte aber der Stürmer gar nicht mehr spielen. Team- Kollegen überredeten ihn, sich doch noch zur Verfügung zu stellen. «Wir alle wissen, dass er derzeit unser bester Spieler ist», meinte Abwehrspieler Eric Akoto von Admira-Wacker Mödling aus Wien. Adebayor entschied selbst, sich erst nach der Pause einwechseln zu lassen.

Nach dem Abpfiff warf er Keshi vor, sich ihm als Spieleragent angeboten zu haben und in die englische Premiere League vermitteln zu wollen. Da er dies abgelehnt habe, vermutet Adebayor nun einen Rache- Akt Keshis. Mitte Januar wechselte er vom AS Monaco zum FC Arsenal nach London. Keshi war außer sich, als er die Vorwürfe hörte: «Was er sagt, ist Mist. Er ist kein disziplinierter Spieler und denkt, er sei ein Superstar.» Der Riss ist kaum noch zu kitten, auch wenn der frühere Bundesliga-Stürmer Bachirou Salou, der der togolesischen Delegation angehört, den Vorfall herunterspielte: «Es wird alles gut, Dinge passieren, aber alles ist in Ordnung.»

Erstaunt war der Ex-Profi von Borussia Mönchengladbach, Eintracht Frankfurt und Borussia Dortmund über die Leistung seiner Landes- Auswahl gegen den Kongo. «Ich bin maßlos enttäuscht. Sie hat nicht gezeigt, was sie kann.» Es sei dennoch zu früh, Togo abzuschreiben. Salou: «Es gibt noch zwei Spiele. Aber es wird verdammt schwer.»

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