Istanbul (dpa) - Der türkische Fußballverband ist über das FIFA-Jahrbuch 2006 entsetzt, in dem neben Türkisch auch Kurdisch als offizielle Sprache der Türkei genannt wird.
Der Verband habe die FIFA darauf hingewiesen, wie «sensibel» das Thema in der Türkei sei und eine umgehende Korrektur verlangt, berichteten türkische Medien. Laut Verfassung ist Türkisch die einzige Amtssprache des Landes. «Die FIFA hat sich für den Fehler entschuldigt und eine Berichtigung zugesagt», sagte der für den Sport zuständige Staatsminister Mehmet Ali Sahin.
Die Türkei verfolgt einen restriktiven Kurs bei der Gewährung von Minderheitenrechten für die Kurden, weil sie eine Spaltung des Landes befürchtet. Trotz jüngster Reformen darf Kurdisch in der Türkei nur in privaten Sprachkursen unterrichtet werden. Erst ansatzweise gibt es kurdische Radio- und Fernsehprogramme. Einem Guerillakrieg der Kurdischen Arbeiterpartei PKK, die die Unabhängigkeit Kurdistans anstrebte, waren in den 80er und 90er Jahren mehr als 30 000 Menschen zum Opfer gefallen.