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Schuster «Trainer der Stunde» in Spanien

Madrid (dpa) - 03.10.2005, 12:44 Uhr

Der Coach des spanischen Erstligisten Getafe, Bernd Schuster.
Der Coach des spanischen Erstligisten Getafe, Bernd Schuster.

Trainer Bernd Schuster ist der Mann der Stunde im spanischen Fußball. Der frühere Weltstar führte mit dem FC Getafe ausgerechnet den kleinsten Club der Primera División an die Spitze der Liga.

In allen großen Ligen Europas liegen die Favoriten in Front - FC Bayern München in Deutschland, FC Chelsea London in England und Juventus Turin in Italien. Nur in Spanien thront kein Real Madrid und kein FC Barcelona auf dem ersten Rang, sondern der Club mit dem kleinsten Stadion und dem kleinsten Budget.

Mit dem 2:1-Erfolg am Wochenende über den FC Valencia kommt das Schuster-Team auf vier Siege und zwei Remis in sechs Spielen. «Getafe hat die Scheu vor den großen Namen abgelegt», schreibt das Sportblatt «As» am Montag. «Die Spieler vertrauen in die Lehren Schusters. Das ist das Beste, was einem Coach passieren kann.»

Bei dem Club aus der Arbeitervorstadt im Süden Madrids (160 000 Einwohner) ist der Trainer der Star. Die Spieler sind nur Insidern bekannt. Allerdings spielten zwei von ihnen bereits in der Bundesliga: der Argentinier Aníbal Matellán bei Schalke 04 und der Serbe Veljko Paunovic bei Hannover 96.

Schuster hatte zu Saisonbeginn eine denkbar schwere Aufgabe übernommen. Sein Vorgänger Quique Sánchez Flores war wie ein Held gefeiert worden, weil er nach Getafes Aufstieg mit dem Außenseiter den Klassenerhalt gesichert hatte. Dafür bekam er den Posten beim Titelaspiranten FC Valencia. Der Nachfolger Schuster musste ein neues Team mit zwölf neuen Spielern aufbauen. Der Grund: Getafe hatte einen großen Teil seiner Kicker nur für jeweils ein Jahr ausgeliehen.


Der furiose Start weckte Erinnerungen an Schusters frühere Stationen bei CD Xeres oder UD Levante, wo der Deutsche ebenfalls einen guten Einstand hatte, seine Teams dann aber stark nachließen. In der vorigen Saison war die Schuster-Elf Levante sogar abgestiegen, der Trainer kurz zuvor entlassen worden. Von solchen Parallelen will der «blonde Engel» aber nichts wissen: «Die Geschichte wird sich nicht wiederholen.» Zugleich warnt er vor Euphorie: «Unser Ziel bliebt der Klassenerhalt.»

Dennoch blickt Schuster auch in die Zukunft. «Mein Traum ist es, bei einem großen Club auf der Bank zu sitzen und die Hymne der Champions League zu hören. Dann ist man wirklich ganz oben.» Der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung» verriet er: «Die Bundesliga reizt mich durchaus. Ich stand vor dieser Saison kurz vor der Vertragsunterzeichnung beim VfL Wolfsburg.»

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