Juve feiert schweigend seinen 28. Titel
Turin (dpa) - 22.05.2005, 20:08 Uhr
Die Spieler von Juventus Turin feiern den Titel nach dem 2:2 im letzten Spiel.
Kein Jubel, kein Champagner, nicht einmal ein Wort der Freude - Juventus Turins 28. Meistertitel war der leiseste in der ruhmreichen Clubgeschichte des italienischen Rekordchampions. Selbst als Verfolger AC Mailand mit dem 3:3 gegen den FC Palermo den Turinern vorzeitig den Titel schenkte, hielt Juve sein «Schweigegelübde». Seit Wochen schweigt die gesamte Mannschaft aus Verärgerung über die Presse. Und da macht der erfolgsverwöhnte Club für den Titel keine Ausnahme. So feierten in Turin nur die Fans auf den Piazze und mit Autokorsos bis in den frühen Morgen. Da waren die Juve-Spieler von ihrer improvisierten Privatfeier in einer Turiner Disko längst schon zurück und im Bett. Meistertrainer Fabio Capello hatte trotz des schon gesicherten Titels vor dem vorletzten Serie A-Spiel in Livorno trainieren lassen. Capello, der als einziger Trainer Italiens nach seinen vier Titeln mit Milan in den 90er Jahren und dem Titelgewinn mit dem AS Rom 2001 nun bereits mit dem dritten Club den «Scudetto» gewann, gilt eben als harter Hund. Zählt man auch noch den Titel mit Real Madrid 1997 dazu, wird Capello endgültig zum erfolgreichsten italienischen Trainer der letzten 15 Jahre.
Ein Statement ließ sich aber auch der Trainer nicht entlocken. Nicht einmal auf der Juve-Homepage erschien ein einziges Wort zum Titel, den sich Juve in diesem Jahr dank eines fantastischen Endspurts im Kopf-an-Kopf-Rennen mit Titelverteidiger Milan sichern konnte. Den entscheidenden Schritt zum Titel hatte das Team um Kapitän Alessandro Del Piero und Pavel Nedved mit dem 1:0-Sieg beim AC Mailand gemacht. Je mehr das zwischen Serie A und Champions League aufgeriebene Milan-Team abbaute, um so stärker wurde Juventus. Am Ende gaben die Mailänder das Meisterschaftsrennen auf und konzentrierten sich auf das Champions League-Finale gegen den FC Liverpool in Istanbul. Im vorgezogenen Spiel gegen Palermo schonte Trainer Carlo Ancelotti fast alle Leistungsträger. So reichte es am Ende nur zum 3:3. Mit 82 Punkten führte Juve deshalb schon vor seinem vorletzten Spiel in Livorno uneinholbar vor Milan (78). Das letzte Heimspiel gegen US Cagliari am 29. Mai wird für Juve nun zur entspannten Meisterfeier im Stadio delle Alpi. Und vielleicht reden sie ja dann sogar wieder bei Juventus Turin.
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