Herculez rettet US-Boys - Klinsmann atmet auf

Boston (dpa) - 12.09.2012, 09:48 Uhr
Herculez rettet US-Boys - Klinsmann atmet auf
Herculez Gomez erzielte den Treffer für die USA gegen Jamaika. Foto (2010): Ali Haider

Jürgen Klinsmann kann aufatmen. Auf dem Weg zur WM nach Brasilien gewann sein US-Nationalteam das wichtige Heimspiel gegen Jamaika mit 1:0. Damit sind die Amerikaner Tabellenführer.

Ein Herculez hat Jürgen Klinsmann erlöst und vorerst den riesigen Druck von den Schultern des deutschen US-Nationaltrainers genommen. Herculez Gomez war mit seinem 1:0-Siegtreffer im WM-Qualifikationsspiel gegen Jamaika der Matchwinner, der Klinsmann vier Tage nach dem peinlichen 1:2 im Hinspiel wieder etwas mehr Ruhe für seine Arbeit verschaffte. «Wir haben den Spielern gesagt, keine Zeit und keine Punkte zu verschwenden. Ich bin froh, dass sie das verstanden haben», sagte Klinsmann erleichtert.

Der Freistoßtreffer von Gomez in der 55. Minute brachte die US-Boys an die Spitze der Gruppe A, punkt- und torgleich mit Guatemala. Jamaika rangiert mit ebenfalls sieben Zählern auf Platz drei. Die «Reggae Boyz» hatten Klinsmann mit ihrem ersten Erfolg gegen die USA einiges zu denken gegeben, die Konsequenz waren fünf Umstellungen in der Startelf.

Die Radikalkur des Trainers zeigte Wirkung, die USA dominierten die Partie durchweg. Nur Pech und eine schwache Chancenverwertung verhinderten einen höheren Sieg. «Es war wichtig, dass die Spieler verstanden haben, welchen Druck wir in der WM-Qualifikation haben», sagte Klinsmann und erinnerte an die nur knapp bewältigte Qualifikation der deutschen Nationalmannschaft auf dem Weg zum WM-Titel 1990 in Italien. «Es kann so eng werden», ermahnte der frühere DFB-Torjäger seine Schützlinge.

Zur speziellen Atmosphäre im mit 23 881 Zuschauern ausverkauften Columbus Crew Stadium trug auch das Datum bei. Am elften Jahrestag der Terroranschläge des 11. September zeigten sich die Fans auf den Rängen extra-patriotisch. Vor der Partie hatten drei Feuerwehrmänner dem Team von ihren Erinnerungen an die Ereignisse 2001 berichtet. «Wir wussten alle, dies ist ein ganz besonderer Tag. Die Spieler haben hervorragend auf dem Platz reagiert», sagte Klinsmann.

Durch den Sieg haben die Amerikaner den weiteren Qualifikationsweg wieder selbst in der Hand. Am 12. Oktober gastiert das Team bei Schlusslicht Antigua und Barbuda und empfängt vier Tage später am letzten Spieltag Guatemala. Nur die ersten beiden der Staffel erreichen die 2013 ausgetragene Sechser-Endrunde, in der die drei WM-Tickets für Brasilien vergeben werden.

Doch ESPN-Experte Alexi Lalas machte bereits klar, dass die alleinige WM-Qualifikation längst kein Grund mehr für Jubelsprünge sei. «Jürgen Klinsmann wird nicht dafür bezahlt, das US-Team nach Brasilien zu bringen. Die Qualifikation sollte nie in Frage stehen, diese Mannschaft muss sich ganz einfach für die WM qualifizieren», so der Ex-Profi. Die Amerikaner sind seit 1990 WM-Stammgast.

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