Nach dem Spiel am Mittwochabend rissen die Journalisten und Kamerateams fast alle Begrenzungen in den Katakomben der Commerzbank Arena ein, um sich zu Dutzenden um den besten Spieler der Welt zu drängeln. Nur zehn Meter weiter stand völlig allein Javier Mascherano herum und telefonierte unbehelligt in die Heimat. Der 28-Jährige spielt genau wie Messi beim FC Barcelona, er hat jetzt 82 Länderspiele bestritten und wurde von Diego Maradona mal als der eigentlich wichtigste Mann dieses Teams bezeichnet. Doch Mascherano hätte in diesem Moment auch mit Uli Hoeneß oder Jürgen Klopp über einen Wechsel verhandeln können - es hätte niemanden interessiert. «Wir haben eine gute Partie gespielt, aber wir dürfen uns nicht täuschen lassen», sagte Mascherano. «Die Rote Karte hat das Spiel gedreht. Bis dahin waren die Deutschen überlegen.» Diese Nüchternheit ist neu für ein Team, das noch bei der letzten Weltmeisterschaft von Maradona mehr hochgepusht als trainiert wurde. Zwei Jahre vor der nächsten WM in Brasilien arbeitet dessen Nach-Nachfolger Alejandro Sabella nun vergleichsweise geräuschlos aber umso wirkungsvoller an den altbekannten Schwächen. Dass die Argentinier den wahrscheinlich besten Angriff der Welt haben, ist nicht neu. Aber auf einmal spielen ein Messi und die anderen Starstürmer auch erfolgreich zusammen. «Die zweite Halbzeit von Messi war gut - vor allem das Verständnis mit Higuain und Kun (Agüero)», hob Sabella extra hervor. «Wir haben unser Offensivspiel neu ausgerichtet. Agüreo und Messi verstehen sich fast blind.» Trotz seines Tores und dieses Trainerlobs war der Superstar am Ende der einzige, der nicht vollends zufrieden war. «Mich ärgert der Elfmeter, weil ich den sehr schlecht geschossen habe», sagte Messi. «Ich habe in keinem Augenblick den Kopf gehoben.»
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