Manchester United findet nur wenige Fans an der Börse
New York (dpa) - 10.08.2012, 17:00 Uhr
Manchester United wird seine Aktien für weniger Geld los als geplant. Foto: Gerry Penny
Auf dem Platz hatte Manchester United zuletzt nicht mehr den gewünschten Erfolg - jetzt muss der englische Fußball-Rekordmeister auch an der Börse eine Schlappe einstecken. Die Aktien der Red Devils dümpelten am Freit bei ihrem Debüt an der New York Stock Exchange vor sich hin. Der erste Kurs lag bei 14,05 Dollar und damit nur wenige Cent über dem Ausgabepreis von 14 Dollar. Unter Börsianern gilt ein so schwacher Start als Makel. Immer wieder drohte die Aktie im frühen Handel sogar unter die 14-Dollar-Schwelle zu fallen. Vermutlich ist es nur dem Eingreifen der am Börsengang beteiligten Banken zu verdanken, dass die Papiere sich halten konnten. Erinnerungen an Facebook wurden wach: Dort hatten die Banken am ersten Tag ebenfalls mit eigenen Käufen den Kurs gestützt. Bereits am zweiten Tag ging es aber rapide abwärts. Heute ist eine Facebook-Aktie 43 Prozent weniger wert als beim Börsenstart im Mai. Dabei hatte Manchester United - anders als das Soziale Netzwerk - bereits einen kräftigen Rabatt auf den Verkaufspreis seiner Aktien gewährt. Ursprünglich hatte sich der Club bis zu 20 Dollar je Anteilsschein versprochen. Die Investoren wollten diese Summe jedoch nicht zahlen und pochten auf einen Abschlag. Die Gesamteinnahmen schrumpften damit von erhofften 333 Millionen auf 233 Millionen Dollar (190 Millionen Euro). Den Verkaufspreis hatte Manchester United am späten Donnerstag genannt.
Für den Club ist dies ein Rückschlag im Kampf gegen seinen riesigen Schuldenberg. Hierfür ist das Geld vorgesehen. Fans und Medien hatten nach dem verlorenen Meisterrennen gegen den Stadtrivalen Manchester City allerdings gefordert, dass ein Teil der Einnahmen in Neuverpflichtungen reinvestiert werden soll. Dabei erhält ManUnited nur die Hälfte der Börsen-Einnahmen. Die andere Hälfte geht an den bisherigen Alleineigentümer, die aus den Vereinigten Staaten stammende Milliardärsfamilie Glazer. Die Aufteilung des Geldes hatte bei den Manchester-Fans schon im Vorfeld für Unmut gesorgt. Denn Familienoberhaupt Malcolm Glazer ist dafür verantwortlich, dass der Club mit 437 Millionen Pfund in den Miesen steht. |