Zwischen Champions League und Chaos: Wirrwarr in Málaga
Madrid (dpa) - 02.08.2012, 14:57 Uhr
Malaga muss Santi Cazorla möglicherweise verkaufen. Foto: Jorge Zapata
Mit Öl-Dollars aus Katar wollte der FC Málaga Spitzenclubs wie Real Madrid oder dem FC Barcelona den Rang streitig machen. Nun steht das Projekt vor dem Zusammenbruch. Scheich Abdullah Bin Nasser Al Thani hatte große Pläne mit dem FC Málaga. Der Multimillionär aus Katar wollte den Club an der Costa del Sol zu einem der Spitzenvereine des spanischen Fußballs machen. Aber der Geschäftsmann aus dem Emirat am Persischen Golf scheint nur zwei Jahre nach dem Erwerb des Erstligisten sein Interesse an dem Club verloren zu haben. Die Gelder, die bis vor kurzem in die Vereinskasse geflossen waren, blieben aus. Der FC Málaga bangt um seine Existenz. Die Träume von der Champions League scheinen geplatzt, nun herrscht Zukunftsangst. Die Andalusier müssen ihre erst kürzlich verpflichteten Stars verkaufen, um die Gehälter der Profis zahlen zu können. Als erster Spieler sucht Santi Cazorla das Weite. Der Europameister flog am Donnerstag nach London, um seinen Wechsel zum FC Arsenal unter Dach und Fach zu bringen. Nach Angaben der Zeitung «La Opinión de Málaga» war eine Ablösesumme von 23 Millionen Euro im Gespräch. Sein Wechsel könnte der Anfang eines wahren Ausverkaufs sein.
«Uns ist klar, dass wir kurz davor stehen, einen Spieler zu verkaufen, um mit dem Geld einen Teil unserer riesigen Probleme zu lösen», sagte der brasilianische Abwehrspieler Weligton am Donnerstag. «Am Ende werden wir mit den Spielern antreten, die noch übrig sind - mit Spielern aus der Nachwuchsmannschaft oder woher auch immer.» Dabei hatten die Fußballer die Ansprüche durchaus erfüllt: Der FC Málaga belegte in der vorigen Saison den vierten Rang in der Primera División und erreichte damit die Qualifikation für die Champions League. Aber die Freude währte nicht lange. Bald wurde bekannt, dass der Verein den Spielern Gehaltszahlungen schuldig war. Der Clubeigentümer aus Katar ließ sich in Málaga nicht mehr blicken. Manager Fernando Hierro trat zurück. Der Ex-Nationalspieler schien zu ahnen, was auf den Verein zukommen sollte. |