Buffon hatte in der vergangenen Woche für Aufregung gesorgt, als er sagte: «Wenn zwei Mannschaften unentschieden spielen wollen, ist das ihre Sache. Manchmal sagt man: Zwei Verletzte sind besser als ein Toter.» Buffon betonte in dieser Woche, dass er damit keine Ergebnisabsprachen rechtfertigen wollte. Nationaltrainer Prandelli stellte sich hinter seinen Keeper. «Er ist stark und hat eine großartige Persönlichkeit. Aber auch für ihn ist so eine Situation sehr schwer», sagte Prandelli. Für weiteren Ärger im Lager der Azzurri sorgte am Freitag Criscito. Er beschwerte sich über seine Ausmusterung. «Damit bin ich nicht einverstanden. Der Fußballverband hätte abwarten müssen», sagte der Verteidiger von Zenit St. Petersburg in einem Interview der «Gazzetta dello Sport». Prandelli hatte Criscito aus dem EM-Kader gestrichen, weil die Staatsanwaltschaft Cremona gegen den Fußballer wegen des Verdachts der Wettmanipulationen ermittelt. Am Pfingstmontag hatte die Polizei Criscitos Zimmer im Trainingszentrum der Azzurri in Florenz durchsucht. «Ich habe überhaupt nichts mit der Sache zu tun», verteidigte sich Criscito und klagte: «Jetzt werde ich zum Dreh- und Angelpunkt des Skandals.» Er sei zwar «erschüttert gewesen», habe sich aber dennoch in der Lage gefühlt, mit zur EM zu fahren. Während Prandelli Criscito schnell ausmusterte, hielt er an Leonardo Bonucci fest. Dabei ermittelt die Staatsanwalt auch gegen den Verteidiger von Juventus Turin wegen des Verdachts des Sportbetrugs und der Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung. Einen entsprechenden Aktenbeleg veröffentlichte die «Gazzetta». Der Fußballverband und Prandelli begründen die unterschiedliche Behandlung der beiden Spieler damit, dass Bonucci im Gegensatz zu Criscito keinen offiziellen Ermittlungsbescheid erhalten habe. Dies scheint jedoch nur eine juristische Formalität zu sein.
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