Sein United-Kollege Alex Ferguson will an eine Zeitenwende in der Premier League allerdings noch längst nicht glauben. «Sie werden ein Jahrhundert brauchen, um unser Level zu erreichen», ätzte der Schotte, der nach der titellosen Spielzeit seine Mannschaft verstärken will. Dafür hatte er Stunden vor der Demütigung in der Heimat im Berliner Pokalfinale die Dortmunder Helden, allen voran den Japaner Shinji Kagawa, beobachtet. Das Fernduell gegen den ungeliebten Nachbarn war nicht nur für «Sir Alex» besonders «brutal». Bis zur 90. Minute glaubten die Red Devils durch ihr 1:0 beim AFC Sunderland fest an den Gewinn der 20. Meisterschaft. Im Etihad Stadium lag City 1:2 gegen Fast-Absteiger Queens Park Rangers zurück - ehe plötzlich der Ex-Wolfsburger Edin Dzeko (91.) und Maradona-Schwiegersohn Agüero (93.) trafen und City nur dank eines Acht-Tore-Vorsprungs der Coup gelang. «Wir haben nie aufgehört, zu glauben. Das Leben ist zu kurz, umso eine Chance wegzuwerfen. Ich habe vorher gesagt, dass in Manchester Wunder passieren. Aber diesmal ist es auf der anderen Straßenseite», sagte der Ex-Hamburger Vincent Kompany und blickte optimistisch nach vorn: «Ich will mehr gewinnen. Ich bin hungrig.» Es wäre die Fortsetzung einer bemerkenswerten Erfolgsgeschichte. Vor zehn Jahren waren die Sky Blues noch in Liga zwei rumgedümpelt. Im September 2008 übernahm Scheich Mansour bin Zayed Al Nahyan aus Abu Dhabis Herrscherclan das Zepter und pumpte rund 620 Millionen Euro in den Club. Inzwischen ist nach anfänglichem Chaos etwas zusammengewachsen unter dem menschelnden Mancini, der sich auch mit den streitbaren Sorgenkindern Carlos Tévez und Mario Balotelli rumschlagen musste. Zudem war Agüero ein Riesen-Erfolgsfaktor. Der Argentinier kostete zwar 43-Millionen-Euro-Ablöse von Atlético Madrid, hat aber nichts Divenhaftes. Der 23-Jährige ist ein leiser Teamplayer, der in seiner ersten Saison in England 23 Tore schoss. Der «Daily Mirror» bezeichnete ihn nach seinem Meistertreffer als «Der Fuß Gottes» in Anspielung auf den Schwiegervater. Agüero selbst nannte das Tor in der 93. Minute «mein wichtigstes in meiner Karriere». Vorerst.
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