ManCity will Ära starten - Rivale Ferguson winkt ab
Manchester (dpa) - 14.05.2012, 15:54 Uhr
Sergio Agüero war der Matchwinner für Manchester City. Foto: Robin Parker
Der Geld-gewinnt-doch-Titel soll für Manchester City erst der Anfang sein. Nach der berauschenden Feier zur ersten Meisterschaft seit 44 Jahren plant der neureiche Scheichclub die Machtübernahme im englischen Fußball. «Hoffentlich ist das der Beginn von etwas Großem», sagte Siegtorschütze Sergio Agüero nach dem Herzschlagfinale zu den Zukunftsvisionen des Vereins. In langen Scheich-Gewändern und mit angeklebten Bärten feierten zahlreiche City-Anhänger bis in den frühen Morgen. Sogar im fernen Abu Dhabi zelebrierten die Fans den Citizens-Titel mit einem Hupkonzert. Die himmelblaue «City-Parade» durch Manchester war vor allem für den geschlagenen Stadtrivalen United eine Seelenqual. «Goodbye zu den Geistern von 44 Jahren an Elend», titelte der «Daily Mirror».
Nach dem Meister-K.o. für den Rekord-Champion in der Nachspielzeit wurde die Industriestadt im Nordwesten Englands zur «Paradise City» («Guardian»). Als die ewig scheinende Durststrecke endlich überwunden war, suchte City-Coach Roberto Mancini zunächst nach den passenden Worten. «Football incredible», stammelte der Italiener - das ist Fußball, unglaublich. Mit etwas Abstand formulierte er gleich das künftige Ziel: «Jetzt ist es wichtig, dass wir einen zweiten Titel gewinnen. Wir haben die Geschichte dieses Clubs verändert.» Sein United-Kollege Alex Ferguson will an eine Zeitenwende in der Premier League allerdings noch längst nicht glauben. «Sie werden ein Jahrhundert brauchen, um unser Level zu erreichen», ätzte der Schotte, der nach der titellosen Spielzeit seine Mannschaft verstärken will. Dafür hatte er Stunden vor der Demütigung in der Heimat im Berliner Pokalfinale die Dortmunder Helden, allen voran den Japaner Shinji Kagawa, beobachtet. |