Noch keine Entscheidung in Englands Kapitänsfrage
London (dpa) - 23.02.2012, 14:48 Uhr
Englands Interimscoach Stuart Pearce will sich bisher noch nicht auf einen Kapitän festlegen. Foto: Paul Buck
Nach der Degradierung des bisherigen Kapitäns John Terry steht Englands Fußball-Nationalelf vorerst weiter ohne Spielführer da. Interimscoach Stuart Pearce will sich knapp eine Woche vor dem Testspiel gegen die Niederlande im Wembleystadion nicht auf einen Nachfolger festlegen. «Ich werde mir die Dynamik innerhalb der Gruppe anschauen und dann kurz vor dem Spiel entscheiden», sagte Pearce bei der Kader-Nominierung für das Prestigeduell. Als heißer Kandidat gilt Steven Gerrard vom FC Liverpool. Der 31-Jährige steht erstmals seit November 2010 wieder im englischen Aufgebot. «Es ist sehr wichtig, dass er vor dem Sommer wieder auf die internationale Bühne zurückkehrt», sagte Pearce über den zuletzt häufig verletzten Mittelfeldspieler. Überraschend nicht dabei sind Rio Ferdinand von Manchester United und Frank Lampard vom FC Chelsea. Pearce betreut die «Three Lions» gegen die Niederländer interimsweise, nachdem der bisherige Coach Fabio Capello wegen des Rassismus-Skandals um Terry zurückgetreten war. Der englische Verband hatte Terry ohne Rücksprache mit Capello als Kapitän abgesetzt. Dem Abwehrspieler des FC Chelsea wird vorgeworfen, den dunkelhäutigen Anton Ferdinand rassistisch beleidigt zu haben. Terry bestreitet dies. Anton ist der Bruder von Rio Ferdinand.
Pearce kämpft darum, das englische Team auch im Sommer bei der EM betreuen zu dürfen. Er sei bereit, die «Three Lions» auch in Polen und der Ukraine zu coachen, sagte Pearce bei der Kader-Nominierung. «Ich bin verfügbar und habe Turniererfahrung für den Fall, dass sie (der englische Verband) mich brauchen», sagte der Ex-Nationalspieler. «Wenn sie wollen, dass ich das Team diesen Sommer übernehme, werde ich das mit großer Freude tun.» Als Favorit auf die Nachfolge Capellos gilt indes Harry Redknapp, der allerdings noch bei Tottenham Hotspur unter Vertrag steht. Redknapp hatte seinerseits ebenfalls bereits angeboten, England für den Zeitraum der EURO zu übernehmen.
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