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K.o. im Pokal, aber Real versöhnt die Fans

Madrid (dpa) - 26.01.2012, 13:37 Uhr

Real Madrids Mesut Özil (r) machte beim 2:2 gegen den FC Barcelona ein ganz starkes Spiel. Foto: Alejandro Garcia
Real Madrids Mesut Özil (r) machte beim 2:2 gegen den FC Barcelona ein ganz starkes Spiel. Foto: Alejandro Garcia

Verkehrte Fußballwelt: Real Madrid scheitert im Pokal am Erzrivalen FC Barcelona, aber die Fans atmen erleichtert auf. Zum ersten Mal in der Ära von Trainer José Mourinho bewiesen die «Königlichen», dass sie Barças Ballkünstlern um Lionel Messi in nichts nachstehen.

Im Gegenteil: Angeführt von einem glänzend aufgelegten Mesut Özil brachten die Madrilenen den Meister und Champions-League-Sieger im Camp-Nou-Stadion an den Rand einer Niederlage. Am Ende reichte es aber im Viertelfinal-Rückspiel nur zu einem 2:2-Remis, so dass Barça nach dem 2:1-Hinspielsieg ins Halbfinale einzog.

Özil war nach übereinstimmender Ansicht der Kommentatoren der beste Spieler im zweiten «Clásico» innerhalb von sieben Tagen - besser als Weltfußballer Messi oder Cristiano Ronaldo. «Der Deutsche war der leuchtende Turm in der besten Real-Elf der jüngsten Vergangenheit», schwärmte die Zeitung «El Mundo». Der Ex-Bremer hätte die Madrilenen in der 26. Spielminute mit einem Fernschuss beinahe in Führung gebracht, traf aber nur die Unterkante der Latte.

Mourinho, der von seinen zehn Klassikern nur einen gewann (das Pokalfinale 2011), legte erstmals seinen «Barça»-Komplex ab und ließ Real bedingungslos auf Angriff spielen. Der Portugiese hatte wegen des «Angsthasenfußballs» im Hinspiel bittere Vorwürfe einstecken müssen und sich die Kritik offensichtlich zu Herzen genommen. Zugeben wollte er dies aber nicht. «Mir musste niemand eine Lektion erteilen», raunzte Mourinho. Selbstkritik liegt ihm fern. Immerhin hat seine Mannschaft in der Meisterschaft noch immer fünf Zähler Vorsprung auf den Dauerrivalen aus Katalonien.

Der Real-Trainer hatte überraschend den Abwehrspieler Pepe in die Startelf berufen, der nach seinem Tritt auf die Hand von Messi zum Bösewicht im spanischen Fußball geworden war. Der Portugiese wurde vom Publikum mit «Mörder»-Rufen empfangen und bei jeder Ballberührung ausgepfiffen. Pepe hatte 95 000 Zuschauer gegen sich, ließ sich aber nicht irritieren, sondern lieferte eine solide Partie. Messi hatte die Attacke nicht vergessen: Der Argentinier trat Pepe bei einem Zweikampf in die Beine und erhielt die Gelbe Karte.


Barça schien bereits zur Pause das Weiterkommen perfekt gemacht zu haben: Die Katalanen waren durch Pedro (43.) und Dani Alves (45.+3) 2:0 in Führung gegangen, hatten allerdings großes Glück gehabt, weil die Madrilenen ein halbes Dutzend Chancen vergaben. Schon zwölf Sekunden nach dem Anpfiff stand Gonzalo Higuaín nach einem Schnitzer von Gerard Piqué allein vor dem Barça-Tor, schoss aber daneben.

In der zweiten Hälfte kamen die Katalanen aber noch mächtig in Bedrängnis. Ronaldo (68.) und Karim Benzema (72.) glichen aus. Der Siegtreffer, der Real zum Einzug ins Halbfinale gereicht hätte, lag in der Luft, fiel aber nicht mehr. Barça-Trainer Josep Guardiola räumte ein: «Es fällt uns immer schwerer, gegen Real zu gewinnen.»

Die Madrilenen haderten mit dem Schiedsrichter, der einen Treffer von Sergio Ramos annulliert und den Weltmeister später vom Platz gestellt hatte. Torwart Iker Casillas rief dem Unparteiischen zu: «Geh zu ihnen (den Barça-Spielern) und den Erfolg feiern!» Später räumte der Kapitän allerdings ein: «So etwas sagt man in der Hitze des Gefechts.»

Barcelona trifft im Halbfinale auf den Sieger der Partie UD Levante gegen den FC Valencia (Hinspiel 1:4). Der zweite Finalist wird in der Partie zwischen Athletic Bilbao und dem Drittligisten CD Mirandés ermittelt.

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