Spanien will Rassismus aus Stadien verbannen
Madrid (dpa) - 18.03.2005, 15:34 Uhr
Das Emblem des Fußballverbandes von Spanien.
Sport und Politik haben dem Rassismus in Spaniens Fußballstadien den Kampf angesagt. Die spanische Regierung, der Fußballverband RFEF, die Profi-Ligen und die Vereine unterzeichneten in Madrid ein Protokoll, das harte Strafen für fremdenfeindliches Verhalten auf den Rängen oder dem Spielfeld vorsieht. Demnach können die Schiedsrichter in gravierenden Fällen sogar ein Spiel abbrechen. Zudem soll die Videoüberwachung in den Stadien verschärft werden, um Übeltäter leichter überführen zu können. Die Vereine verpflichteten sich, härter gegen gewaltbereite Anhänger vorzugehen und notfalls Stadionverbote zu verhängen. «Der Fußball und der Sport im allgemeinen sind das beste Mittel gegen die Diskriminierung und für die Integration», sagte Sportminister Jaime Lissavetzky. Bei der Unterzeichnung des Maßnahmenkatalogs waren auch die Clubchefs von Real Madrid und dem FC Barcelona, Florentino Pérez und Joan Laporta, anwesend.
Anlass des Abkommens ist die seit Monaten anhaltende Rassismus-Welle in den Stadien des Landes, dessen Hauptstadt Madrid sich für die Olympischen Sommerspiele 2012 bewirbt. Wiederholt werden bei Fußballspielen Schmährufe und Hassgesänge gegen dunkelhäutige Spieler laut. Auslöser war die Äußerung von Spaniens Nationaltrainer Luis Aragonés, der im Oktober während eines Trainings den Fußballer Thierry Henry von Arsenal London diffamiert hatte. Skeptiker bezweifeln, dass die neue Initiative die beabsichtigte Wirkung erzielen wird. Bei allen bisher verhängten Sanktionen waren die zuständigen Gremien weit unter der Höchststrafe von 60 000 Euro Geldbuße und fünf Jahren Stadionverbot geblieben.
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