Seinen Höhepunkt erlebte Eusébio bei der WM 1966 in England, als er mit neun Treffern Torschützenkönig wurde und Außenseiter Portugal auf den dritten Platz schoss. Damals schaltete die «Selecção» bei ihrer ersten WM-Teilnahme auch Titelverteidiger Brasilien von König Pelé sensationell aus. Legendär ist aber vor allem das Comeback des Teams im Viertelfinale gegen Nordkorea, als die Portugiesen mit vier Eusébio-Toren aus einem 0:3 noch einen 5:3-Sieg machten. Noch heute versichert Eusébio, bei der 1:2-Niederlage gegen den Gastgeber und späteren Weltmeister England sei es nicht mit rechten Dingen zugegangen. «Unser Verband hat damals das Spiel verkauft», versicherte er jüngst wieder. Eusébio ging damals unter Tränen vom Platz. Grund zum Weinen hatte er in seiner Karriere aber sonst kaum. In 15 Jahren bei Benfica gewann er elf Meisterschaften, fünfmal den Pokal und ein Mal auch den Europapokal der Landesmeister. Im Finale 1962 in Amsterdam gegen das damals fast unschlagbare Team von Real Madrid schaffte Eusébio mit zwei Toren an der Seite der Sturmkollegen Mario Coluna und José Augusto Torres den internationalen Durchbruch. Seine Torquote ist aufsehenerregend: Mit der Nationalelf traf der explosive Stürmer in 64 Spielen 41 Mal, im Benfica-Trikot schoss er in 614 Pflichtspielen 638 Tore. Siebenmal wurde er Torschützenkönig in Portugal. 1968 gewann der 1,77-Meter-Mann mit 42 Toren den erstmals vergebenen «Goldenen Schuh» als bester Torschütze in Europas Ligen. 1973 wiederholte er mit 40 Treffern das Kunststück. 1965 wurde Eusébio außerdem zu Europas Fußballer des Jahres gewählt. Großen finanziellen Profit schlug Eusébio aus seiner Karriere nicht. Lukrative Angebote aus Italien durfte er nicht annehmen, weil Diktator Salazar Portugals Imageträger nicht verlieren wollte und ein Verkaufs-Verbot aussprach. «Die Leute in Portugal denken, ich sei reich. Ich lache mich tot», sagte Eusébio jüngst. Trost für den entgangenen Gewinn findet Eusébio auf Reisen. «Die Freude, die ich spüre, wenn Kinder mich in Portugal oder Afrika noch heute bejubeln und umarmen, die ist unbezahlbar», versichert er.
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