«Nationale Schande»: Strafe für Pepe gefordert
Madrid (dpa) - 22.01.2012, 13:39 Uhr
Pepe (r) hat sich für seine Unsportlichkeit bei Messi halbherzig entschuldigt. Foto: YouTube
Spaniens Fußball hat einen neuen Bösewicht. Mit seinem Tritt auf die Hand von Weltstar Lionel Messi hat Pepe sich in die Gruppe der Fußball-Übeltäter eingereiht, die zur Legende wurden. Der Fall des Abwehrspielers von Real Madrid unterscheidet sich jedoch von den berüchtigten Brutalitäten eines Andoni Goikoetxea oder Juanito darin, dass der Portugiese sich für seine Attacke nur halbherzig entschuldigt hat und ungestraft davonzukommen scheint. «Das ist eine nationale Schande», empörte sich das in Barcelona erscheinende Fachblatt «Sport». Der Zwischenfall im Pokalspiel Real Madrid gegen FC Barcelona (1:2) erregte in Spanien vier Tage später noch immer die Gemüter. Nach einer Umfrage sind 94 Prozent der Real-Fans für eine Bestrafung Pepes, darunter angesehene Ex-Profis. «Das Problem ist längst nicht gelöst, der einzige Ausweg wäre eine drastische Reaktion der Verantwortlichen», sagte der 66-malige Nationalspieler Míchel. Rafael Alkorta, der 54-mal für Spanien spielte, meinte: «Pepe kann seine Aggressivität nicht zügeln. Da hilft nur eine Strafe.»
Die spanische Presse nennt Deutschland oder England als Beispiel, wo die Verbände darüber wachen, dass die Fußballstars keine schlechten Vorbilder für die Jugend abgeben, und notfalls zu Video-Beweisen greifen, um Übeltäter zu bestrafen. Für den spanischen Verband RFEF jedoch existiert die Attacke auf den Barça-Star Messi gar nicht, obwohl sie unzählige Male über die Bildschirme lief. Der Verband beruft sich darauf, dass dazu nichts im Spielbericht des Schiedsrichters steht. Der Unparteiische hatte nicht gesehen, wie Pepe mit seinen Stollen auf die Hand des am Boden sitzenden Messi trat. Er hatte auch nicht geahndet, dass der Portugiese in lächerlicher Manier vortäuschte, dass der Katalane Cesc Fàbregas ihm einen Ellbogenstoß versetzt hätte. Barça erstattete beim Verband keine Anzeige, weil der Champions-League-Sieger die Beziehungen zu Real nicht belasten will. |