Vom Spitzen-Vereinsfußball bislang gänzlich unberührtes Territorium betritt auch Rivaldo. Im Alter von 39 Jahren unterschrieb der Weltmeister von 2002 einen Einjahresvertrag beim angolanischen Club Kabuscorp. «Ich hatte auch Angebote aus Brasilien und Indien, die finanziell lukrativer waren, aber ich wählte Angola wegen der Sprache und weil Gott mich hierher gebracht hat», begründete der Brasilianer sein Engagement. Er habe vor fünf Monaten Grundbesitz in dem südwestafrikanischen Land erworben, um eine Kirche zu eröffnen. Nicht das erste Kuriosum seiner Karriere: Von 2008 bis 2010 sollte der Profi vom FC Barcelona und AC Mailand bei Bunjodkor Taschkent insgesamt mehr als zehn Millionen Euro kassieren - klagte aber über ausgebliebene Gehälter. Der usbekische Club hatte in seiner Blüte noch vergeblich versucht, den Kameruner Samuel Eto'o zu verpflichten. Inzwischen lässt sich der 30-Jährige seine Auftritte für den russischen Verein Anschi Machatschkala vom windigen Oligarchen Sulejman Kerimow mit einer zweistelligen Millionensumme pro Jahr versüßen. «Ich will bei Anschi bis zu meinem Karriereende spielen», verkündete der viermalige Fußballer des Jahres in Afrika kürzlich. Das gelte wohl so lange, spottete daraufhin die englische Fußballzeitung «World Soccer», bis ein besseres Angebot aus einer noch reizvolleren Gegend wie zum Beispiel der Äußeren Mongolei käme. Vorstellbar ist inzwischen alles. China kommt da fast schon als klassisches Paradies für Frührentner daher. Nach den ersten zarten Versuchen Mitte der 2000er mit Verpflichtungen von Paul Gascoigne oder Carsten Jancker soll nun der große Durchbruch dank dicker Scheckbücher gelingen. Bei Shanghai Shenhua soll das 32 Jahre alte Enfant terrible Anelka rund 234 000 Euro pro Woche erhalten - und der Kaufrausch hat gerade erst angefangen. Auf seiner Internetseite fragt der Club neben den Fotos von Anelka und Neu-Trainer Jean Tigana, Europameister von 1984, ganz unverhohlen: «Who is the next?».
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