London (dpa) - Chelsea-Trainer José Mourinho gerät wegen seiner Vorwürfe gegen den zurückgetretenen Schiedsrichter Anders Frisk immer mehr unter Druck. FIFA-Präsident Sepp Blatter kritisierte sein Verhalten heftig.
Martin Ingvarsson, der vierte Schiedsrichter der Champions-League-Begegnung zwischen Barcelona und dem FC Chelsea, bezeichnete Mourinho gar als Lügner und verteidigte Frisk. Der schwedische Unparteiische war wegen der Vorkommnisse nach dem Spiel überraschend zurückgetreten. Er erhielt Morddrohungen von Chelsea- Fans, nachdem Mourinho ihn heftig kritisiert hatte.
«Diese verbalen Attacken gegen Schiedsrichter machen mich krank. Wer Unparteiische angreift, greift auch das gesamte Fußball-Umfeld an», sagte Blatter der «Sun». Noch deutlicher wurde Ingvarsson. «Was Chelsea sagt, ist eine Lüge. Es gab keinen Plausch zwischen Frisk und (Barcelonas Trainer) Rijkaard», sagte der vierte Schiedsrichter der BBC. «Niemand kam in unsere Umkleidekabine, und ich weiß nicht, warum sie das behaupten. Ich habe gesehen, was passierte.» Mourinho hatte nach dem Spiel erklärt, Rijkaard sei in der Halbzeitpause in der Umkleidekabine des Schiedsrichters gewesen.
Auch Frisk wies die Vorwürfe im «Daily Telegraph» erneut zurück. «Rijkaard kam nicht in unsere Umkleidekabine. Er sagte lediglich 'Hallo, willkommen in Barcelona', und das war alles. Rijkaard sagte es zur Halbzeit, und das waren praktisch die gleichen Worte, die Mourinho mir vor dem Spiel sagte.» Volker Roth, der Vorsitzende des DFB-Schiedsrichter-Ausschusses, hatte den Chelsea-Coach wegen seiner Vorwürfe als «Feind des Fußballs» bezeichnet. Dieser drohte daraufhin mit einer Klage gegen Roth.