Ukrainischer Nationalcoach Blochin tritt ab
Kiew (dpa) - 16.03.2005, 19:21 Uhr
Oleg Blochin gestikuliert 2002 bei einer Pressekonferenz.
Der ukrainische Fußball-Nationaltrainer Oleg Blochin ist trotz sportlicher Erfolge der Mannschaft aus politischen Gründen zurückgetreten. Der 52 Jahre alte populäre Sportler und Parlamentsabgeordnete reagierte auf eine Anti-Korruptions-Kampagne der neuen Staatsführung, die es Abgeordneten untersagt, auf nationaler Ebene ein weiteres hohes Amt auszuüben. Dazu zählt der zuständige Parlamentsausschuss auch den nach Blochins Angaben undotierten Posten des Nationaltrainers. Unter Trainer Blochin führt die Ukraine in der WM-Qualifikationsgruppe zwei vor Griechenland, Dänemark und der Türkei. Blochin, Europas Fußballer des Jahres 1975, hatte sich im Streit um die Eigentumsverhältnisse beim Spitzenclub Dynamo Kiew mit der neuen Staatsführung angelegt. Er hoffe, dass bei der Überprüfung des Vereins mit Verantwortung und nicht mit revolutionären Mitteln vorgegangen wird, sagte Blochin in Anspielung auf die «Revolution in Orange», den friedlichen Machtwechsel in der Ukraine Ende 2004.
Im Februar hatte ein Gericht in Kiew fast alle Anteile an Dynamo Kiew gesperrt, die einer Gruppe von Großunternehmern gehörten. Der Serienmeister wurde bislang von dem Oligarchen Grigori Surkis kontrolliert, der zudem dem nationalen Fußballverband vorsteht. Blochin sitzt für die Vereinigten Sozialdemokraten im Parlament. Nach Kiewer Medienberichten war die Parteiführung, darunter auch Surkis, an Fälschungen beteiligt, mit denen Ende des vergangenen Jahres die Wahl des Oppositionsführers Viktor Juschtschenko zum Staatspräsidenten verhindert werden sollte. Der parlamentarische Ausschuss für Geschäftsordnung hatte vor Gericht prüfen lassen, ob das sportliche und das politische Engagement Blochins vor dem Gesetz zu vereinbaren sind.
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