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Spielabbruch in Amsterdam - Rote Karte annulliert

Amsterdam (dpa) - 22.12.2011, 17:49 Uhr

Alkmaar-Torwart Esteban Alvarado tritt den am Boden liegenden Angreifer. Foto: Olaf Kraak
Alkmaar-Torwart Esteban Alvarado tritt den am Boden liegenden Angreifer. Foto: Olaf Kraak

Einen Tag mach dem tumultartigen Abbruch des Pokalspiels zwischen Ajax Amsterdam und AZ Alkmaar ist die Rote Karte für AZ-Torhüter Esteban Alvarado für ungültig erklärt worden, die der Auslöser dafür war.

Die Anklagevertretung beim niederländischen Fußballverband KNVB befand, die gewalttätige Reaktion des AZ-Torhüters auf die Attacke eines Fans hätte nicht zwingend mit einem Platzverweis bestraft werden müssen.

Ob das Spiel wiederholt werden soll, blieb zunächst unklar. Aber die eigentlich mit der Roten Karte verbundene Sperre wurde aufgehoben, wie der KNVB mitteilte. Dem Keeper wurde zugutegehalten, er sei «hinterrücks überfallen worden; er konnte den Angreifer nicht sehen».

Bei der Achtelfinalbegegnung zwischen Ajax und Alkmaar in der Amsterdam Arena war ein scheinbar angetrunkener 19-Jähriger auf das Spielfeld gerannt und auf Alvarado zugestürmt. Der Schlussmann aus Costa Rica verteidigte sich - «begreiflicherweise», wie die Zeitung «De Telegraaf» urteilte. Schiedsrichter Bas Nijhuis schickte den Keeper dennoch mit Rot vom Platz. Begründung: Alvarado habe noch zweimal nach dem Fan getreten, als dieser bereits am Boden lag.

Daraufhin rief Alkmaars empörter Trainer Gert Jan Verbeek sein Team zusammen, und die Gästespieler gingen beim Stand von 0:1 in der 37. Minute geschlossen vom Feld. «Ich habe gesehen, dass Esteban attackiert wurde und sich verteidigt hat», sagte der verständnisvolle Ajax-Coach Frank de Boer. «Ich weiß nicht, wie ich reagiert hätte, aber ich kann ihn mit seinem südamerikanischen Temperament verstehen.»


Der Angreifer wurde festgenommen. Später stellte sich heraus, dass er gar nicht in der Amsterdam Arena hätte sein dürfen, weil ihm wegen früherer Vorfälle längst ein Stadionverbot erteilt worden war. Abgesehen von einem Strafverfahren droht ihm nun ein lebenslanges Verbot, niederländische Fußballstadien zu betreten.

Nach dem Spielabbruch kam es am Mittwochabend zu Ausschreitungen wütender Fußball-Fans. Die Polizei rückte vor dem Stadion mit Wasserwerfern an und nahm acht mutmaßliche Randalierer fest - vier wegen Gewaltanwendung und vier wegen des illegalen Einsatzes von Feuerwerkskörpern.

Ajax Amsterdam entschuldigte sich am Donnerstag: «Das ist ein schrecklicher Vorfall, den wir als Verein sehr bedauern. Wir bieten unsere ehrlich gemeinte Entschuldigung an. Wir finden das sehr schlecht und das wird der Junge zu spüren bekommen», erklärte Ajax-Finanzdirektor Jeroen Slop auf der Internetseite des Clubs. Die Fanvereinigung von Ajax schloss sich dem an.

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