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Neuer Ärger bei Real Madrid

Madrid (dpa) - 15.03.2005, 12:51 Uhr

David Beckham leitet einen Kurs seiner Fußballschule in London.
David Beckham leitet einen Kurs seiner Fußballschule in London.

Den Anhängern von Real Madrid ist zum Weinen zumute, seit die «Königlichen» ihre letzte Titelchance verspielt haben. Auch Clubpräsident Florentino Pérez bekundete, er sei «sehr traurig».

Dagegen zeigten die Superstars Ronaldo und David Beckham ein fröhliches (Werbe-)Lächeln - und brachten dem spanischen Fußball-Rekordmeister damit neuen Ärger ein. Ronaldo warb in Hannover auf der Computermesse CeBIT für Handys, Beckham stellte in London seine Fußballschule vor.

«Der Zeitpunkt für diese Werbeeinsätze hätte nicht schlechter gewählt sein können», empörte sich das Sportblatt «As». «Für die Fans ist es wie eine Beleidigung: Ronnie und Becks machen am Tag des Schmerzes Reklame.» Unter normalen Umständen hätte niemand gegen die Werbetermine etwas einzuwenden gehabt, denn die Spieler hatten trainingsfrei. Aber Real hatte am Vortag mit der 1:2-Schlappe beim Aufsteiger FC Getafe die wohl letzte Titelchance in der Primera División verspielt. Aus dem Pokal und der Champions League waren die Madrilenen schon vorher ausgeschieden.

Durch die Werbe-Fotos sahen sich viele Fans im Verdacht bestätigt, dass den Real-Fußballern mehr an Reklame als an Siegen auf dem grünen Rasen gelegen ist. Das Madrider Publikum ist nach den jüngsten Niederlagen ohnehin nicht gut auf die «Galaktischen» zu sprechen. Nach einer Umfrage von «As» forderten 22 Prozent der Fans den Hinauswurf von Luis Figo. Kapitän Raúl (21 Prozent), Beckham (20) und Roberto Carlos (18) haben ähnlich schlechte Karten. Dagegen werden Zinedine Zidane und Ronaldo (je 8 Prozent) kaum in Frage gestellt.

Die geplante Rundum-Erneuerung des Teams wird sich allerdings als kompliziertes Unterfangen erweisen. Alle Superstars haben laufende Verträge; die meisten beziehen pro Jahr sechs Millionen Euro netto. Sie dürften wenig Interesse haben, Real zu verlassen. Welcher Club wird für alternde Stars, die ihren Zenit überschritten haben, tief in die Kasse greifen? So mancher Crack wird sich, wie die Zeitung «El Mundo» schreibt, als «galaktische Hypothek» erweisen. Bis zum Ablauf der Verträge stehen den Stars noch insgesamt 87 Millionen Euro zu.

Trainer Vanderlei Luxemburgo wird in der kommenden Saison wohl nur im Amt bleiben, wenn er in den ausstehenden Spielen einen Einbruch verhindert. Das Sportblatt «Marca» plädiert bereits für eine Verpflichtung von Fabio Capello (Juventus Turin), der Real 1997 zur Meisterschaft geführt hatte. Allerdings ist der Italiener bei den Fans nicht besonders beliebt, weil er dem Club schon zwei Mal einen Korb gegeben hat.


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