Sturm-Diva Anelka als «Vorbild» für Chinas Jugend
Shanghai (dpa) - 12.12.2011, 16:28 Uhr
Nicolas Anelka wird vom FC Chalsea nach Shanghai wechseln. Foto: Felipe Trueba
Häufig sorgte Sturm-Diva Nicolas Anelka für negative Schlagzeilen. Nun ist der Ex-Nationalspieler Frankreichs als Vorbild für Chinas Jugend auserkoren. Mit seinem leicht verblassten Glanz soll der Wandervogel im von Korruptionsskandalen und Wettmanipulationen erschütterten chinesischen Fußball neue Begeisterung entfachen. «Es ist wie mit der gesamten Öffnung Chinas», sagte Zhu Jun, Besitzer von Shanghai Shenhua, der auch an Anelkas Chelsea-Kollegen Didier Drogba interessiert ist. «Wir müssen das Gute aus anderen Ländern importieren, um für uns daraus zu lernen.» An der Stamford Bridge reichte es für den früheren französischen Nationalspieler diese Saison meist nur noch zu Kurzzeit-Auftritten, die sportliche Entwicklungshilfe lässt sich Anelka nun fürstlich entlohnen. Nach Medienberichten soll der 32-Jährige von Januar an in den kommenden zwei Jahren umgerechnet rund 234 000 Euro pro Woche verdienen. Ein hoher Preis, den Geschäftsmann Zhu mit der gesellschaftlichen Bedeutung des Angreifers begründet: «Die Ankunft eines solch hochklassigen Fußballstars wie Anelka wird die Hoffnungen der jungen Menschen vergrößern und ihnen ein Vorbild geben, dem sie folgen können», erklärte Zhu der Nachrichtenagentur Reuters zu dem Transfer, den auch Chelsea bestätigte.
Bislang produzierte Anelka in seiner wechselhaften Karriere jedoch häufig auch wenig nachahmenswerte Schlagzeilen. Bei der WM 2010 beschimpfte er Nationalcoach Raymond Domenech wüst, wurde nach Hause geschickt und für 18 Länderspiele gesperrt. Weit mehr als 100 Millionen Euro zahlten seine bisherigen Clubs, darunter Paris Saint-Germain, Manchester City und Fenerbahce Istanbul, alleine an Ablösesummen. Legendär ist seine Flucht vor Journalisten im Kofferraum seines Wagens, nachdem er 2000 bei Real Madrid wegen eines Trainingsstreiks kurzzeitig verbannt worden war. Seine neuen Teamkollegen freuen sich aber auf Anelka, der in der abgelaufenen Champions-League-Saison in neun Spielen für Chelsea siebenmal traf. «Es ist unmöglich, nicht begeistert zu sein», zitierte die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua Shenhuas Kapitäns Yu Tao. Anelka werde «der größte Star» in der Geschichte der chinesischen Liga, es sei «ein Meilenstein sowohl für Shenhua als auch den chinesischen Fußball». |