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Anklagen wegen Betrug in der türkischen Süper Lig

Istanbul (dpa) - 04.12.2011, 14:27 Uhr

Aziz Yildirim (M) wird der Fußball-Manipulation beschuldigt. Foto: Aziz Uzun
Aziz Yildirim (M) wird der Fußball-Manipulation beschuldigt. Foto: Aziz Uzun

Wegen des Betrugsskandals in der türkischen Süper Lig hat ein Staatsanwalt Anklage gegen Manager, Trainer und Spieler erhoben.

Unter den mehr als 90 Beschuldigten, die sich wegen Manipulation von Fußballspielen verantworten müssen, sei auch der Chef des Istanbuler Spitzenclubs Fenerbahce, Aziz Yildirim, berichteten türkische Medien. Den Angeklagten drohen bei einer Verurteilung lange Haftstrafen. Der türkische Staatspräsident Abdullah Gül hatte sein Veto gegen eine vom Parlament beschlossene Senkung des Strafmaßes für die Manipulation von Fußballspielen eingelegt.

Die Gesetzesänderung erwecke den Anschein, dass für die Betrugsskandale in der Süper Lig eine besondere Behandlung geplant sei, hatte sein Büro dazu erklärt. Die erst vor sechs Monaten auf fünf bis zwölf Jahre Haft verschärfte mögliche Strafe hatte das Parlament in November auf ein bis maximal drei Jahre verringern wollen. Politiker aller Parteien hatten für die Gesetzesänderung gestimmt. Diese hätte den Beschuldigten deutlich geringere Haftstrafen ermöglichen können.

Im türkischen Fußball sollen in der vergangenen Saison mindestens 19 Partien verschoben worden sein, darunter auch das wichtige Spiel von Fenerbahce Istanbul gegen Sivasspor, in dem Fenerbahce am letzten Spieltag den Titel holte. In den vergangenen Monaten hat die Polizei mehr als 80 Manager, Spieler und Trainer mehrerer Clubs festgenommen. Sie sollen den Ausgang etlicher Spiele mit großen Geldbeträgen manipuliert haben. Etwa 30 Beschuldigte wurden in Untersuchungshaft genommen, darunter auch Yildirim.

Die Anklage soll den Berichten zufolge am Montag einem Gericht in Istanbul zugestellt werden. Wegen der versuchten Gesetzesänderung und der beabsichtigten Verringerung des möglichen Strafmaßes hatte es in der Türkei erhebliche Kritik gegeben. Das Veto Güls wurde auch von der türkischen Regierung begrüßt, obwohl es mit Stimmen der regierenden islamisch-konservativen Regierungspartei AKP verabschiedet worden war.


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