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«Wie ein Alptraum»: Fußball trauert um Gary Speed

Berlin (dpa) - 28.11.2011, 17:07 Uhr

Wales Nationaltrainer Gary Speed wurde tot aufgefunden. Foto: epa
Wales Nationaltrainer Gary Speed wurde tot aufgefunden. Foto: epa

Sein Tod löste international Trauer und Bestürzung aus: Eine gerichtliche Untersuchung soll nun die Umstände klären, unter denen der walisische Nationaltrainer Gary Speed starb.

Der Fußball-Profi war am Sonntag tot in seinem Haus in Chester gefunden worden. Die genauen Hintergründe seines Todes waren zunächst rätselhaft. «Es gibt keine verdächtigen Todesumstände», betonte eine Polizeisprecherin der Grafschaft Ceshire. «Die Familie bittet darum, in dieser schwierigen Zeit in ihrer Trauer in Frieden gelassen zu werden.»

Auch FIFA-Boss Joseph Blatter reihte sich in die Schar der Trauernden ein. «Er wird immer als mustergültiger Profi und fantastischer Botschafter für den Fußball in Erinnerung bleiben», schrieb der Präsident des Fußball-Weltverbands an den walisischen Nationalverband. «Gary Speed war ein ungemein talentierter Spieler, der seinen Vereinen und seinem Land große Dienste erwiesen hat.»

Speed war erhängt in seiner Wohnung im englischen Chester gefunden worden. Der 42-Jährige war verheiratet und hatte zwei Kinder. Als Zeichen der Trauer wurden die Nationalflagge von Wales und die FIFA-Flagge am Hauptsitz des Fußball-Weltverbands auf halbmast gesetzt. «Ich und der Rest der Fußball-Familie von Wales sind am Boden zerstört», sagte der Chef des walisischen Fußballverbandes, Jonathan Ford. An der Rezeption des Verbandes wurde ein Erinnerungsbuch im Gedenken an Speed ausgelegt.

Der englische Superstar David Beckham gedachte bei einer Pressekonferenz seines US-Clubs LA Galaxy in Jakarta seines früheren Kollegen. «Er war ein herausragender und talentierter Spieler und hatte seine Trainerkarriere gerade erst begonnen. Es ist traurig, einen Mann wie ihn zu verlieren», sagte der frühere Kapitän der englischen Nationalmannschaft.


Die Gründe für den Tod des frühen Spitzenfußballers Speed gaben zunächst Rätsel auf. «Manchmal gibt es Anzeichen, dass etwas nicht stimmt», sagte Gordon Strachan, ein ehemaliger Teamkollege bei Leeds United. «Aber das hier kam absolut überraschend.» Auch der Rest der Fußball-Familie zeigte sich bestürzt über den tragischen Tod des 42-Jährigen.

Der einstige Rekordprofi Speed war nicht nur in Wales ein Idol. Für den FC Everton, Leeds United, Newcastle United, die Bolton Wanderers und Sheffield United absolvierte er fast 700 Liga-Spiele im englischen Top-Fußball. Speed war der erste Spieler überhaupt, der die Marke von 500 Einsätzen in der Premier League durchbrach. Für die walisische Auswahl bestritt Speed 85 Länderspiele. Im Dezember 2010 übernahm er den Posten des Nationaltrainers von John Toshack.

Der Kapitän der Bolton Wanderers, Kevin Davies, bezeichnete Speeds Tod als «traurigen Tag für den Fußball». Für ihn sei es schwer, damit klarzukommen. «Es ist wie ein Alptraum.»

John Carver, Co-Trainer von Speeds früherem Verein Newcastle United, sagte: «Gary war ein solch perfekter Berufssportler, wie man ihn sich es nur wünschen kann - 100 Prozent bei der Sache, seiner Profession verschrieben und vor allem ein wundervoller Kollege und Freund.» Er sei «absolut erschüttert von den Neuigkeiten», sagte Carver. «Es ist total niederschmetternd.»

FIFA-Erklärung

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