In die letzte Phase der Verhandlungen hatten ihn Vorstand und der Rest des Aufsichtsrats gar nicht erst mehr einbezogen. Ein klares Signal an Cruyff, der ungehalten reagierte, fast schockiert. «Sie sind verrückt geworden», wütete er nach Angaben der niederländischen Nachrichtenagentur ANP in Richtung seiner Funktionärskollegen. «Ich wurde erst am Mittwochabend informiert, ich wusste bis dahin gar nichts.» Vorstandsboss Steven ten Have meinte demonstrativ, er lasse sich von Cruyff keine Vorschriften machen. «Aber wir haben ihn dann auf die richtige und korrekte Art und Weise informiert». Anstatt van Gaal favorisierte Cruyff den früheren Bondscoach Marco van Basten als neuen Generaldirektor. Der Europameister von 1988 fand für seinen Vorschlag aber keine Mehrheit - so sollen Abgesandte von Vorstand und Aufsichtsrat hinter Cruyffs Rücken mit van Gaal verhandelt haben. Beobachter gehen davon aus, dass das unwirsche Verhalten auch als Signal an den eleganten Ex-Stürmer zu verstehen sei. Eines nach dem Motto: Du bist hier nicht mehr erwünscht. So einfach aus dem Club drängen lassen will sich «Europas Fußballer des Jahrhunderts» aber nicht. Cruyff, der in seiner aktiven Zeit in 240 Ligaspielen für Ajax 190 Tore erzielte, will dem großen Frust trotzen. «Grundsätzlich bleibe ich Mitglied des Aufsichtsrates, aber sehr viel wird davon abhängen, wie der Club nun reagiert», sagte er der Zeitung «De Telegraaf». Seine Wut war auch am Tag nach der Entscheidung kein bisschen verflogen. Die Wahl pro van Gaal stehe «im Gegensatz zu allen Absprachen». Vorige Woche habe er zweimal mit ten Have gesprochen, «und nicht einmal wurde diese Entscheidung zur Sprache gebracht», wetterte Cruyff. Van Gaal hatte zuletzt immer betont, nie mit Cruyff zusammenarbeiten zu wollen. Keine guten Aussichten für Cruyff.
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