Holland ohne Robben und van Persie chancenlos
Hamburg (dpa) - 16.11.2011, 13:11 Uhr
Bondscoach Bert van Marwijk und Wesley Sneijder (r) würdigen sich keines Blickes. Foto: Marcus Brandt
Zu viele verletzte Stars wie Robben, van Persie und van der Vaart. So lautete die Entschuldigung für das niederländische Debakel gegen Deutschland. Bis zur EM in Polen und der Ukraine läuft Bondscoach Bert van Marwijk aber die Zeit davon, wenn er um den Titel mitspielen will. Die niederländische Presse war entsetzt, Bondscoach van Marwijk schämte sich. «Oranje hat sein Ansehen in der Fußballwelt mit einer so verpfuschten Partie besudelt, wie sie in den letzten Jahren nur selten gezeigt wurde. Deutschland war ein harmonisches Orchester, die Niederlande eine angetrunkene Blaskapelle ohne Dirigenten», fällte die Zeitung «Volkskrant» ein vernichtendes Urteil über die denkwürdige 0:3 (0:2)-Niederlage in Hamburg. Ein halbes Jahr vor der EURO präsentierte sich der ersatzgeschwächte Vize-Weltmeister in desolatem Zustand. «Das war für uns peinlich und schmerzhaft. Aber besser jetzt so schlecht als in einem halben Jahr bei der EM», sagte van Marwijk, der kopfschüttelnd mit ansehen musste, wie langsam Mark van Bommel, Wesley Sneijder und Joris Mathijsen gegen den Tempofußball von Mesut Özil, Thomas Müller und Miroslav Klose wirkten und sich häufig nur mit Fouls zu helfen wussten. Doch im Europa-Ranking liegt der Europameister von 1988 weiter vor der DFB-Elf und wurde von der UEFA als Gruppenkopf für das Turnier in Polen und der Ukraine gesetzt.
«Ich mache mir keine Sorgen», sagte überraschend van Bommel und fand sein Team gar nicht so schlecht. «Wenn alle fit sind, ist bei der EM mit uns zu rechnen», meinte der 34 Jahre alte Kapitän. Das Fehlen von Arjen Robben, Robin van Persie und Rafael van der Vaart offenbarte aber eklatante Schwächen in punkto Technik und Tempo - die zweite Garde war einfach überfordert. Nach 37 Toren in der EM-Qualifikation steht die «Elftal» zum Jahresende nach Niederlagen gegen Schweden und Deutschland sowie einem 0:0 gegen die Schweiz in der Heimat schwer unter Beschuss. Doch Angst vor dem Ernstfall gegen die Großen wie Spanien und Deutschland wies van Marwijk von sich: «Respekt ja, aber keine Angst.» |