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Türkei sucht nach Hiddink einen Fußball-Retter

Istanbul (dpa) - 16.11.2011, 11:11 Uhr

Mit Guus Hiddink (l) konnte sich die Türkei nicht für die EM 2012 qualifizieren. Foto: Antonio Bat
Mit Guus Hiddink (l) konnte sich die Türkei nicht für die EM 2012 qualifizieren. Foto: Antonio Bat

Die Trainermission von Guus Hiddink am Bosporus ist gescheitert. Auch wenn der Niederländer nach dem feststehenden Aus in der EM-Qualifikation nicht die eigentlich erwartete Rücktrittserklärung abgab, sucht der Türkische Fußball-Verband (TFF) bereits intensiv nach einem Nachfolger.

«Ich fahre erstmal nach Hause. Ich brauche eine Auszeit», sagte Hiddink in der Nacht nach dem 0:0 in Zagreb gegen Kroatien. Das Aus für ihn sei dennoch beschlossene Sache, berichteten türkische Medien am Tag nach dem Spiel übereinstimmend. Die Türkei sucht nun nach einem Retter, der das Land aus der Fußball-Tristesse holt.

«Das Kapitel Hiddink ist abgeschlossen», behauptete die Zeitung «Radikal». Denn der Niederländer habe auf der Trainerbank enttäuscht. Ausgestattet mit einem millionenschweren Vertrag sollte Hiddink den türkischen Fußball fit machen für die EM. Und anschließend mit einer Teilnahme der Türkei an der Weltmeisterschaft 2014 hätte er sein Werk krönen sollen.

Stattdessen gab es immer wieder Pleiten, nach denen der Coach wiederholt ausgiebig die Stärke und das Geschick der Gegner lobte. Selbst gegen den kleinen Bruderstaat Aserbaidschan unter Trainer Berti Vogts musste die Türkei eine 0:1-Niederlage einstecken. Auch Vogts wird als einer der möglichen Kandidaten für die Hiddink-Nachfolge gehandelt.

Die türkischen Kommentatoren machen sich derweil vor allem für Abdullah Avci stark, den Trainer von Istanbul Büyüksehir Belediyespor. Er hat die noch junge Mannschaft in die Süper Lig geführt. Mindestens ebenso wichtig sind seine Erfolge in der Jugendarbeit. So wurde die türkische U-17-Nationalmannschaft mit Avci Europameister und Vierter der Weltmeisterschaft 2005.

Denn einige Kommentatoren meinen, an der Misere sei nicht nur Hiddink schuld. Schon er hatte die Erneuerung der türkischen Nationalmannschaft mit jungen Talenten als eine Hauptaufgabe genannt, dann aber doch vor allem auf bewährte Kräfte gesetzt. «Wenn ein Trainer vom Kaliber Guus Hiddinks hier keinen Erfolg hat, liegt es nicht nur am Trainer», schrieb Ibrahim Seten, Sportchef der Zeitung «Vatan». «Wir brauchen einen Mann, der ein neues System bringt.»


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