Rafael Di Zeo ist der momentan wohl bekannteste Barra. Er gab Autogramme, verkehrte in den hohen Kreisen der Stadt. Zu Heimspielen kam er in Begleitung dreier Bodyguards, weil der Erfolg auch Neider auf den Plan rief und er um seine Sicherheit bangte. Doch Di Zeo war selbst eine Bedrohung. 2007 wurde er zu vier Jahren und drei Monaten Haft verurteilt, weil er 1999 während eines Freundschaftsspiels einen Fan des gegnerischen Clubs Chacarita brutal angegriffen hatte. Dank seiner guten Beziehungen mangelte es ihm im Gefängnis jedoch an nichts. Boca-Spieler schenkten ihm einen Plasma-Fernseher für seine Zelle, Stürmerstar Martin Palermo besuchte ihn im Knast. Die Vorherrschaft auf der Tribüne aber verlor er. Kaum war er nach drei Jahren vorzeitig entlassen, trat er die Rückeroberung seiner Vormachtstellung an. Dass dieses Vorhaben in keinem argentinischen Fußballstadion einen gewaltsamen Höhepunkt erlebte, konnten die Richter mit der Abstrafung der beiden Widersacher verhindern. So hat die Justiz dafür gesorgt, dass die sportlichen Leistungen der Boca Juniors wieder in den Fokus der Berichterstattung rückten. Beim Stadtduell gegen Vélez Sarsfield blieb die Gewalt auf den Rängen aus. Der Kartenverkauf am Spieltag war nur nach Vorzeigen des Ausweises, mehrmaliger Leibesvisitation und Alkoholtests möglich. In Argentinien haben radikale Maßnahmen die Wogen geglättet, die Initiatoren der Gewalt haben sich vorerst der Justiz gebeugt. Im Reich der wilden Jungs auf den Rängen ist Ruhe eingekehrt. Doch die währt am Rio de la Plata für gewöhnlich nicht lange.
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