Lazio feiert Derby-Held «Mito» Klose
Rom (dpa) - 17.10.2011, 13:22 Uhr
Lazio Roms Djibril Cisse (r) gratuliert Miroslav Klose zu seinem Last-Minute-Treffer. Foto: Ettore Ferrari.
Lazio Roms Derby-Held Miroslav Klose hat sich mit seinem Last-Minute-Tor zum 2:1-Sieg über den Stadtrivalen AS Rom endgültig in die Herzen der Lazio-Fans und in die Geschichtsbücher des römischen Traditionsclubs geschossen. «Jetzt ist er ein Lazio-Held», titelte die «Gazzetta dello Sport» über den «Deutschen mit den eiskalten Augen und dem heißen Herzen». Kloses Treffer 22 Sekunden vor Abpfiff habe die Lazio-Fans in «einem Thriller-Derby in den Wahnsinn getrieben», schrieb Italiens größte Sporttageszeitung und nannte Miro in «Mito» um. Nach nur vier Monaten ist der ablösefrei von den Bayern als Schnäppchen zu Lazio gewechselte Klose in Rom zum «Mythos» geworden. «Er ist einfach fantastisch», lobte der «Corriere dello Sport» den 33-Jährigen, den die Sportblätter wegen seiner Durchschlagskraft «Panzer» und wegen seiner Kaltschnäuzigkeit «Killer» nennen. Sechs Tore in acht Einsätzen haben Medien, Fans, Mitspieler und Lazio-Trainer Edy Reja vollends überzeugt. Leider wurde Klose im Derby von einer Gruppe rechtsextremer Lazio-Fans vereinnahmt. Gegen die Roma hielt diese ein Transparent hoch mit der Aufschrift: «Klose mit uns» mit zwei runenartigen «S». Runenschriftzeichen wurden von den Nationalsozialisten für die Abkürzung SS verwendet.
Dass Klose gleich in seinem ersten Stadtduell den entscheidenden Treffer erzielte, macht ihn in Rom unsterblich. Nach fünf Derby-Pleiten in Serie bescherte der Routinier Lazio den wichtigsten Sieg der Saison und machte seinem Trainer Reja das schönste Geschenk. Überglücklich fiel der Coach im Olympiastadion seinem Stürmerstar in die Arme. Zumal Reja ohne Klose seinen ersten Derby-Sieg gegen «Roma» wohl gar nicht mehr erlebt hätte. Vor wenigen Wochen hatte der Coach kündigen wollen, da er die Anfeindungen der Fans und einiger römischer Medien wegen seiner Pleitenserie im Derby satt hatte. Dass Reja sich noch umstimmen ließ, war nicht zuletzt Kloses Verdienst, hieß es in Italien. «Ich hoffe, dass dies zu einem Frieden mit den Lazio-Fans führt,» sagte Reja nach seinem ersten Derby-Erfolg, mit dem Lazio (11 Punkte) als Tabellenvierter bis auf einen Punkt an das Spitzenduo Juventus Turin und Udinese Calcio herankam. Der Coach und das Team schätzen Klose nicht nur wegen seiner Tore, mit denen dieser in den vergangenen Monaten praktisch alle Lazio-Erfolge im Alleingang sicherte, sondern vor allem dessen bescheidene Art. Dass Klose sich offensichtlich in der Ewigen Stadt wohlfühlt und bis zum Ende seiner Karriere für Lazio stürmen will, freute die Lazio-Fans fast so sehr, wie der Triumph über den Stadtrivalen am Abend zuvor.
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