Rätsel um Özil: Besser im DFB-Team als bei Real
Madrid (dpa) - 16.10.2011, 14:40 Uhr
Geburtstagskind Mesut Özil (vorn) blieb gegen Betis Sevilla unter seinen Möglichkeiten. Foto: JUANJO MARTIN
Als Mesut Özil in der 74. Minute für den Portugiesen Fabio Coentrao ausgewechselt wurde, verließ er mit hängendem Kopf das Spielfeld. Ausgerechnet an seinem 23. Geburtstag blieb der deutsche Fußball-Nationalspieler bei Real Madrids 4:1 (0:0) gegen Betis Sevilla unter Normalniveau. Beim 3:1 der DFB-Auswahl in Belgien vergangene Woche hatte der Ex-Bremer noch Bestnoten erhalten. Jetzt warf die Zeitung «El Mundo» die Frage auf, wieso Özil zuletzt unter Joachim Löw eine deutlich bessere Leistung zeigte als bei den «Königlichen». Für die Sportzeitung «Marca» ist es klar, dass sich der Deutsch-Türke beim spanischen Rekordmeister «auflöst», wenn er zusammen mit dem Brasilianer Kaká eingesetzt wird. Özil müsse dann seine ideale Rolle in der Mitte aufgeben und sein Spiel mehr an die Seitenlinie verlegen. «Keine bequeme Position» urteilte die Zeitung. «Özil ist die Zukunft, Kaká die Vergangenheit», schrieb jedoch «Marca» in einer kritischen Bewertung der Aufstellungs-Strategie des portugiesischen Star-Trainers José Mourinho.
Der 29-Jährige Kaká hatte sich zurückgekämpft ins Real-Team und erzielte am Samstag vor 76 000 Zuschauern ein schönes Tor (59. Minute) im Bernabéu-Stadion. «Aber mehr ist bei ihm nicht drin», bemängelte «Marca». Großes Lob gab es dagegen für den Argentinier Gonzalo Higuaín, der erneut drei Tore (46./70./73.) erzielte - sein dritter Hattrick in den vergangenen vier Spielen: zwei für Madrid und einer für sein Nationalteam. Damit schoss sich der Angreifer auch den Frust von der 0:1-Blamage Argentiniens in der WM-Qualifikation in Venezuela von der Seele. «Ich bin glücklich, dass ich wieder treffe und der Mannschaft helfen kann», sagte er. |