Neapel und der Schiri bringen Inter auf die Palme
Mailand (dpa) - 02.10.2011, 22:52 Uhr
Diego Forlan verlor mit Inter Mailand im eigenen Stadion 0:3 gegen Neapel.
Dank des deutschen Fußball-Nationalstürmers Miroslav Klose ist Lazio Rom in der italienischen Serie A auf Kurs. Mit seinem dritten Saisontreffer besiegelte der Angreifer in der 83. Minute Roms 2:1 (1:1) beim AC Florenz. Alessio Cerci (8. Minute) brachte Florenz früh in Führung. Der Brasilianer Hernanes (28.) traf zum Ausgleich, ehe Klose in der Schlussphase per Kopf für die Entscheidung sorgte. Mit acht Zählern liegt Lazio nach dem fünften Spieltag drei Zähler hinter dem punktgleichen Spitzen-Duo Juventus Turin und Udinese Calcio. Udinese bezwang den FC Bologna genauso mit 2:0 wie Juve den AC Milan. Derweil herrschte Jubel in Neapel, Entsetzen und blanke Wut in Mailand: Der SSC Neapel demütigte Inter im heimischen Giuseppe-Meazza-Stadion mit 3:0 und sorgte beim Gegner für einen wahren Aufruhr. Trainer Claudio Ranieri und Club-Präsident Massimo Moratti waren außer sich, weil Schiedsrichter Gianlucca Rocchi die Partie ihrer Meinung nach mit desaströsen Fehlern zugunsten der Gäste aus Süditalien entschieden habe. «Der Schiedsrichter wollte das Spiel ruinieren», schimpfte Ranieri. «Hoffentlich muss ich Rocchi nicht mehr sehen», wetterte Moratti.
Tatsächlich bot der Unparteiische eine unglückliche Leistung. Beim Stand von 0:0 stellte er Inters Joel Obi in der 41. Minute nach zwei höchst umstrittenen Gelben Karten vom Platz und schickte in der Pause dann auch noch den sich beschwerenden Trainer Ranieri auf die Tribüne. «Die erste Gelbe Karte gegen Obi war unberechtigt, ebenso der Elfmeter und der Platzverweis für mich», beklagte sich Ranieri über den «unfähigen Schiedsrichter». Für Moratti hatte Rocchi das Spiel «dumm kaputt gemacht». Die heftige Kritik am Schiedsrichter dürfte den Inter-Verantwortlichen eine Disziplinarstrafe des Fußballverbandes einbringen. Auf dem Platz führten Rocchis umstrittene Entscheidungen und Inters heftige Reaktionen darauf zum Absturz der Mailänder. Hugo Campagnaro traf kurz vor der Pause für Neapel zum 1:0. Inter-Keeper Julio Cesar hatte den Elfmeter von Marek Hamsik zwar pariert, war gegen den Nachschuss des Argentiniers aber machtlos. Der Elfmeter war eine Fehlentscheidung, da sich Obis Foul vor der Strafraumgrenze ereignete. Christian Maggio (57.) und der Slowake Hamsik (75.) besorgten den 3:0-Endstand. Nach dem Sieg über Meister Milan schlug Bayern Münchens nächster Champions-League-Gegner damit auch seinen zweiten Titelkonkurrenten. «Mamma mia, was für ein Napoli», schrieb die «Gazzetta dello Sport». Neapels Trainer Walter Mazzarri lobte seine «mental gewachsene Mannschaft». Mit dem jüngsten Erfolg hat der SSC Neapel Selbstvertrauen für das erste Königsklassen-Duell mit den Bayern am 18. Oktober getankt. Im zweiten Samstagsspiel schlug der AS Rom Atalanta Bergamo mit 3:1.
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