Inter feuert Trainer Gasperini und holt Ranieri
Mailand (dpa) - 21.09.2011, 22:59 Uhr
Trainer Gian Piero Gasperini muss bei Inter Mailand seinen Hut nehmen.
Das «Trainergrab» Inter Mailand hat den 16. Coach in den letzten 16 Jahren verschlungen. Nach fünf Pleiten hintereinander feuerte Inter-Präsident Massimo Moratti den offensichtlich überforderten Gian Piero Gasperini. Die peinliche 1:3-Niederlage in der italienischen Fußball-Liga beim Aufsteiger Novara Calcio besiegelte sein Schicksal. «Heute schien es mir, als habe er das Team nicht in der Hand», sagte Moratti und sprach damit ein vernichtendes Urteil. Eine Nacht nahm er sich noch Zeit, dann sagte er Gasperini nach nur drei Monaten «addio!» und verpflichtete am späten Mittwochabend Claudio Ranieri als Nachfolger. Der ehemalige Coach des AS Rom erhält bei Inter einen Zweijahresvertrag. Ranieri setzte sich gegen Delio Rossi und Ex-Atletico Madrid-Coach Enrique Sanchez Flores durch, die von italienischen Medien ebenfalls gehandelt worden waren.
Gasperini verließ derweil geknickt seine alte Wirkungsstätte. «Ich bin sehr enttäuscht. Aber die Ergebnisse entscheiden», meinte Gasperini beim Verlassen des Inter-Trainingszentrums «Pinetina». Sein Rauswurf hat ihn wohl eher nicht überrascht, war seine Bilanz doch verheerend: Zum Debüt hatte er mit Inter das italienische Supercup-Finale in Peking gegen den AC Mailand (1:2) verloren, dann folgten eine 0:1-Heimpleite in der Champions League gegen Trabzonspor und drei Misserfolge in den ersten drei Serie A-Spielen. Nach der Demütigung in Novara hatte sich Gasperini offenbar selbst schon aufgegeben. «Dies war eine schmerzhafte Ohrfeige», räumte der Coach ein und bot indirekt bereits seinen Rücktritt an. «Wenn ich das Problem bin, lässt sich das lösen», sagte der 53-Jährige - und Moratti nahm ihn beim Wort. In beiderseitigem Einvernehmen wurde sein Vertrag aufgelöst. |