Der Weltmeister von 1990 hatte schon gemutmaßt: «Ich muss nach den letzten beiden Niederlagen damit rechnen, dass im November Schluss ist.» Die Bulgaren hatten zuletzt ein 0:3 gegen England und ein 1:3 gegen die Schweiz kassiert. Sein bisheriger Vertrag lief am Ende der EM-Qualifikation aus. Er hatte aber mehrfach betont, sich angeblich mit dem Verband per Handschlag auf eine Verlängerung des Kontrakts bis 2013 geeinigt zu haben. Michailow erklärte, dass Matthäus keine Abfindung erhält. Die Entscheidung, ihn abzulösen, sei nach einer Analyse der drei jüngsten Niederlagen getroffen worden, sagte Michailow der Nachrichtenagentur BTA.: «Es ging einfach nicht.» Zuletzt hatte sich sogar Bulgariens Ministerpräsident Bojko Borissow abfällig über den Ex-Profi von Borussia Mönchengladbach und des FC Bayern München geäußert. Es gebe auch Spannungen zwischen den Spielern und dem Trainer, sagte Michailow. «Er kann damit nicht fertig werden», kritisierte der Verbandschef. Er bemängelte auch, dass Matthäus mehr im Ausland lebt: «Wir sind damit nicht zufrieden.» Matthäus hatte seine Trainerkarriere 2001 bei SK Rapid Wien gestartet. Über Partizan Belgrad, die Nationalmannschaft Ungarns, Atlético Paranaense (Brasilien), Red Bull Salzburg und Maccabi Netanya (Israel) landete der Weltenbummler im vergangenen Oktober in Sofia. In Deutschland hat dem früheren «Weltfußballer des Jahres» und 150-fachen Nationalspieler noch kein Club die Verantwortung als Chefcoach zugetraut. In den Schlagzeilen stand «Loddar» in den vergangenen Jahren dennoch regelmäßig - mit seinen Frauengeschichten. Die Trainerstationen von Lothar Matthäus: Rapid Wien: September 2001 bis Mai 2002 Partizan Belgrad: Dezember 2002 bis Dezember 2003 Nationalmannschaft Ungarn: Januar 2004 bis Dezember 2005 Atlético Paranaense (Brasilien): Januar 2006 bis März 2006 Red Bull Salzburg/Co-Trainer: Mai 2006 bis Juni 2007 Maccabi Netanya (Israel): Juni 2008 bis April 2009 Nationalmannschaft Bulgarien: Oktober 2010 bis September 2011
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