Für das Team von Lothar Matthäus ist die EM nach der 0:3-Heimschlappe gegen England endgültig abgehakt. Hitzfeld dagegen hat bei seiner jungen Truppe nach dem schwachen Start eine Jetzt-erst-recht-Stimmung ausgemacht. «Keiner hat doch mehr an uns geglaubt. Das Team brennt und will sich beweisen», sagte der frühere Meistercoach von Borussia Dortmund und Bayern München. Um im EM-Rennen zu bleiben, setzt Hitzfeld auf Sturm und Drang. «Man muss etwas riskieren, sonst kann man nichts gewinnen. Deshalb werden wir den offensiven Weg einschlagen. Ich habe Vertrauen zu jedem einzelnen Spieler», redete er seine Mannschaft stark und forderte: «Für uns gilt es, das Heft 90 Minuten in der Hand zu halten. Wir dürfen nicht in passive Phasen verfallen.» Viel hoffnungsloser stellt sich die Lage in Österreich dar. Nach der 2:6-Pleite gegen Deutschland steht Trainer Constantini vor dem Rauswurf. Vom Österreichischen Fußball-Bund (ÖFB) gab es statt Rückendeckung ein Ultimatum: «Sollte es gegen die Türken schiefgehen, muss man sich überlegen, ob es sinnvoll ist, mit ihm die restlichen zwei Spiele in Aserbaidschan und Kasachstan zu bestreiten», sagte ÖFB-Präsident Leo Windtner. Gegen die Skandal-geschädigten Türken spielt also nicht nur die Mannschaft, sondern auch der Trainer um die letzte Chance. Zwar betont Constantini, seinen bis zum Jahresende gültigen Vertrag erfüllen zu wollen, doch bei einer Niederlage wäre er wohl nicht mehr im Amt zu halten. In den Medien wird bereits über die Höhe der Abfindung für Constantini und mögliche Nachfolger spekuliert. Als heißer Kandidat wird dabei auch ein Deutscher gehandelt: Franco Foda vom Meister Sturm Graz.
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