Mitten in der dramatischen Finanzkrise schauen die Italiener fast angewidert auf den Hauptstreitpunkt: Die Vereine verlangen, dass die sonst netto bezahlten Profis eine geplante Solidaritätssteuer in Italien selbst zahlen. Für die Kicker sind das Peanuts, auf die Liga insgesamt käme eine Sondersteuer von über 50 Millionen Euro zu. Die Spieler sagen: Selbstverständlich zahlen wir unsere Steuern, im Lizenzspielervertrag fixieren wollen sie es aber nicht. «Warum?», fragt Liga-Präsident Maurizio Beretta. Als Verbandschef Abete der Liga bei seinem letzten Vermittlungsversuch am Donnerstag eine Bürgschaft des Verbands in Höhe von 20 Millionen Euro für nicht steuerliche Spieler anbot, lehnte die Liga trotzdem ab. Auch eine von der AIC am Freitag noch offerierter Übergangsvertrag für ein Jahr, wischte die Liga vom Tisch. Nebenher geht es auch noch um die Trainingsfrage. Die Clubs wollen ihren Kader in Gruppen aufgeteilt trainieren können. Die Spielergewerkschaft lehnt dies ab, weil sie eine Abschiebung in Ungnade gefallener Spieler befürchtet. Mit etwas gutem Willen wären beide Fragen lösbar. Die Verhandlungen aber gipfelten in einer Machtprobe. Für die Liga mit ihren sich gegenseitig mit Polemik überbietenden Vereinsfürsten ging es am Ende nur noch ums Prinzip und für die Profi-Gewerkschaft um ihre Glaubwürdigkeit. 2010 hatten sie zweimal Streiks ausgerufen und knickten zweimal ein. Jetzt blieb sie hart.
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