Spurs-Spiel fällt aus - Premier League startet
London (dpa) - 11.08.2011, 17:34 Uhr
Tim Cahill vom FC Everton hatte sich für einen Spielabsage ausgesprochen.
In Englands Premier League soll nun doch der Ball rollen: Nach der Absage der Partie Tottenham Hotspur gegen FC Everton wegen Sicherheitsbedenken gab die Liga Entwarnung für die restlichen neun Begegnungen am Wochenende. Trotz der Gewaltexzesse deute derzeit nichts auf weitere Ausfälle zum Saisonstart hin, teilte die Liga auf ihrer Homepage mit. Die Absage des Spiels in Tottenham, wo am vergangenen Samstag die Krawalle begonnen hatten, sorgte bei Profis und Fans zwar für Enttäuschung. Gleichzeitig aber hatten die meisten Verständnis. «Ich hoffe, die Leute kommen zur Besinnung und hören mit diesen Ausschreitungen sofort auf», twitterte der Spurs-Star Rafael van der Vaart. Mit Blick auf den ersten Spieltag hofft man in der Premier League nun auf ein rasches Ende der Unruhen: «Der Fußball hat durch diese Ereignisse genug gelitten», sagte Evertons Trainer David Moyes. Liverpools Kapitän Steven Gerrard pflichtete Moyes vor dem Saisonauftakt der «Reds» am Samstag gegen den FC Sunderland bei: «Wir wollen nicht, dass einige Wenige einen so großen Einfluss nehmen auf die vielen Menschen in dieser Stadt, die den Fußball lieben.»
Die Zerstörungswut der Randalierer hatte die Fußball-Funktionäre zu größter Vorsicht gezwungen. Erst nach eingehender Beratung mit der Polizei und den Behörden entschied sich die Liga, vorläufig nur das Heimspiel der Spurs abzusetzen - und auf kommenden Donnerstag zu verschieben. Die Situation in Tottenham sei «zu schwierig» gewesen, so die Liga. Die Partie hätte gefährlichen Symbolwert bekommen können. «Obwohl ich bitter enttäuscht bin, ist es unter diesen Umständen die richtige Entscheidung», schrieb Everton-Kapitän Phil Neville am Donnerstag beim Internetdienst Twitter. Das Stadion an der White Hart Lane war am vergangenen Samstag Ausgangspunkt für die Gewalt gewesen, die sich in den darauffolgenden Tagen erst auf London und dann in weitere englische Städte ausbreitete. Hier hatte der Protestmarsch gegen den Tod von Mark Duggan begonnen, der am Donnerstag davor von der Polizei erschossen worden war. Der zunächst friedliche Marsch war in Krawalle mit der Polizei gemündet. Es folgten Tage von Randalen, Plünderungen und Brandstiftungen, die mit dem Tod Duggans nichts mehr zu tun hatten. |