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Norwegens Fußballer zwischen Anschlag und Anstoß

Oslo (dpa) - 09.08.2011, 15:41 Uhr

Norwegens Nationaltrainer Egil Olsen fand den schrecklichen Anschlag in Oslo «unwirklich, unfassbar, schrecklich».
Norwegens Nationaltrainer Egil Olsen fand den schrecklichen Anschlag in Oslo «unwirklich, unfassbar, schrecklich».

Die Folgen des schrecklichen Anschlags sind immer noch allgegenwärtig. Norwegen versucht weiter den schwierigen Spagat zwischen Trauer und Normalität - und will sich mit Hilfe des Fußballs den Alltag «zurückerobern», hofft Justizminister Knut Storberget.

Die norwegische Nationalmannschaft soll am Mittwoch in Oslos Ullevaal Stadion im Testspiel gegen Tschechien bei ihrem ersten Auftritt seit dem Attentat die Heilung des ganzen Landes vorantreiben. «Ein Fußballstadion ist ein großartiger Ort, um, angesichts solch tragischer Ereignisse, Kameradschaft und Zuversicht zu verbreiten», ließ der norwegische Verband verlauten. Vor dem Anpfiff wird es zu Ehren der 77 Opfer eine Schweigeminute geben. Außerdem werden die Spieler mit Trauerflor auflaufen. In zahlreichen Medienbeiträgen erinnerten sich Trainer Egil Olsen und seine Profis an den 22. Juli, der ihr Leben für immer veränderte.

«Unwirklich, unfassbar, schrecklich» sei das Ganze, so Olsen in Olsos Tageszeitung «Dagbladet». Der Hannoveraner Profi Mohammed Abdellaoue hatte nach dem Training mit 96 von den Zwischenfällen erfahren. «Ich wollte dann einfach nur nach Hause, um zu sehen, ob es meinen Freunden gut geht und um meine Anteilnahme zu zeigen», so Abdellaoue. Blackburn-Star Morten Gamst Pedersen kann es immer noch nicht glauben, «dass so etwas Unwirkliches in solch einem kleinen Land wie Norwegen passieren kann».

Wie alle seine Mitspieler saß auch Fulhams John Arne Riise stundenlang fassungslos vor dem Fernseher. «Es war die schrecklichste Erfahrung, die ich jemals hatte», erklärte Riise. Nach den Anschlägen waren zahlreiche Sportveranstaltungen abgesagt worden - auch die für den 25. Juli geplante Pressekonferenz, auf der Olsen seinen Kader für das Länderspiel gegen die Tschechische Republik bekanntgeben wollte.

Jetzt, knapp zwei Wochen später, ist das Land bemüht, zur Normalität zurückzukehren. Die aufgrund der Anschläge ausgesetzten Sportveranstaltungen finden wieder statt, häufig im Zusammenhang mit Gedenkveranstaltungen, Reden und Beileidsbekundungen. So entschieden beispielsweise die Organisatoren des «Norway Cups», eines internationalen Jugendfußballturniers mit rund 30 000 Teilnehmern, schon Ende Juli, das Turnier fortzusetzen. Auch die norwegische Fußballliga hat ihren Spielbetrieb mittlerweile wieder aufgenommen.


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