Der Kompromiss schien Ende vergangene Jahres gefunden. Die AIC unterzeichnete, die Liga aber zögerte ihre Unterschrift bis heute hinaus. «Da drohen die Spieler zurecht mit Streik», meinte der Teammanager der Nationalelf, Gigi Riva, am Montag in Coverciano. Dort bereiten sich die «Azzurri» auf Spanien vor, das die Weltmeister von 2006 in den letzten Jahren auf allen Gebieten überflügelt hat. «La Furia Roja» hat die "Squadra Azzurra" bei der EM 2008 im Viertelfinale aus dem Turnier geworfen und 2010 als Weltmeister abgelöst. Und auch die spanische Liga hat die Serie A längst in den Schatten gestellt. Das einstige Lire-Paradies für Fußballer, verkommt genauso wie seine veralteten Stadien immer mehr. AC Mailands Vize-Präsident Adriano Galliani brachte es auf den Punkt: «Wir waren ein Luxus-Restaurant, jetzt sind wir eine Pizzeria.» Eine Pizzeria, die sich zwar nicht mit Schutzgelderpressern herumschlagen muss, aber dafür von Wettbetrügern in Misskredit gebracht wird. Just einen Tag vor dem Spanien-Spiel werden die Urteile des Fußballverbands im Wettskandal erwartet. Erstligist Atalanta Bergamo muss wohl mit fünf Strafpunkten rechnen, weil sein Kapitän Cristiano Doni in die Wettmanipulationen verstrickt sein soll. Für Doni wird am Dienstag eine lange Sperre erwartet, ebenso für Ex-Nationalspieler Bepe Signori. Beide bestreiten die Vergehen. Nationaltrainer Cesare Prandelli wird versuchen, seine Azzurri vor dem Spanien-Spiel so gut wie möglich abzuschirmen. Für den Nachfolger des nach dem WM-Debakel in Südafrika zurückgetretenen Marcello Lippi ist das Spiel gegen Spanien der bisherige Höhepunkte seiner Nationaltrainerkarriere.
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