Auf der einen Seite operiert ein Organisationskomitee der Regierung, das den Ausnahmefußballer Pelé ins Boot holte, auf der anderen Seite trägt das vom Weltverband FIFA eingesetzte lokale Organisationskomitee unter Teixeira die Gesamt-Verantwortung. Der 64 Jahre alte Teixeira ist nicht nur Verbandspräsident und OK-Chef, sondern auch Mitglied im skandalumwitterten Exekutivkomitee der FIFA. Nachdem Teile der englischen Presse zuletzt Bestechungsvorwürfe gegen Teixeira erhoben hatten, schlug dieser nun zurück. Erst soll der Ex-Schwiegersohn des früheren FIFA-Präsidenten João Havelange in einem Interview gesagt haben, dass die Engländer «Piraten sind, die zur Hölle fahren können». Dann beschimpfte er am Freitag beim Rundgang über das Gelände einen englischen Journalisten. «Wo kommen Sie her?», fragte Teixeira. «Aus England.» «Ich spreche nicht mit der britischen Presse. Sie sind nicht seriös, Sie sind korrupt», schleuderte der kleine graumelierte Mann dem Fragesteller von der Insel entgegen - und verschwand abgeschirmt von vier Sicherheitsleuten. «Das ist nicht gut für Brasilien. Manchmal sagen die Leute mehr, als sie wissen. Ricardo sagt manchmal Dinge, die zu Verwirrung und Missverständnissen führen», sagte Pelé nur dazu. FIFA-Chef Blatter jedenfalls wollte sein «Regierungsmitglied» zum Rapport bestellen. «Ich habe mitbekommen, was er in dem Interview gesagt hat und ich werde mit ihm sprechen», kündigte der 75 Jahre alte Schweizer an. «Was Teixeira gesagt hat, ist nicht im Sinne des Fairplay», sagte Blatter, der sich vor kurzem mit dem englischen Verbandschef David Bernstein zur Aussprache getroffen hatte. Die Engländer hatten Blatter zuletzt scharf kritisiert und am 1. Juni beim FIFA-Kongress auch vergebens eine Verschiebung der Präsidentenwahl gefordert. «Wir hatten ein gutes Treffen», sagte Blatter nun und betonte staatsmännisch: «Ich bin der Präsident aller Verbände, nicht nur derjenigen, die mich gewählt haben.»
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