Seit Pitso Mosimane nach dem WM-Aus das Zepter vom Brasilianer Carlos Alberto Parreira übernahm, geht es mit «Bafana Bafana» steil bergauf: In acht Spielen gab es nur eine Niederlage. Dazu machte das Team in der FIFA-Weltrangliste einen Sprung um 28 Plätze auf Rang 38. «Wir wollen die Nummer eins des Kontinents werden und ein Nationalteam von Weltklasse-Format bilden», formuliert der Präsident des südafrikanischen Fußballverbands, Kirsten Nematandani, den nicht gerade bescheidenen Anspruch. Der Verband will sich für die Afrikameisterschaften 2012 und 2013 sowie für die WM 2014 qualifizieren. Zumindest das erste Ziel ist so gut wie erreicht: Südafrika führt seine Vorrundengruppe an. Kamerun Kamerun war eine der großen WM-Enttäuschungen. Die Mannschaft ergatterte nicht einen einzigen Punkt. So schlecht war keine der insgesamt sechs Mannschaften aus Afrika. Trotzdem wurde Weltstar Samuel Eto'o (Inter Mailand) 2010 zum vierten Mal zum besten Fußballer Afrikas gewählt. Der schleichende Abgesang der einstigen Fußball-Kontinentalmacht hat sich fortgesetzt. In der FIFA-Rangliste ging es von Platz 40 herunter auf 49. In der Kontinentalwertung sind die recht zahnlos wirkenden «Löwen» nur noch Neunter. Ob der viermalige Afrikameister 2012 an den Kontinentalmeisterschaften teilnimmt, ist fraglich: Mit fünf Zählern aus vier Spielen rangiert er in der Vorrundengruppe E hinter Senegal (10) und DR Kongo (7). Elfenbeinküste Die Ivorer sind im Aufwärtstrend: Von Platz 26 auf 21 in der FIFA-Weltrangliste verbessert, haben sie sich inzwischen zur Nummer zwei auf dem Kontinent gemausert. Die «Elefanten» qualifizierten sich unlängst als bisher einziger der sechs afrikanischen WM-Teilnehmer vorzeitig für die Endrunde der Afrikameisterschaft 2012: zwölf Punkte aus vier Spielen - mehr geht nicht. Nigeria Die «Super Eagles» sind innerhalb eines Jahres in der FIFA-Weltrangliste von 30 auf 39 abgerutscht. In der momentanen Form gerät die Teilnahme an der Afrikameisterschaft in Gefahr: Sieben Punkte aus vier Spielen sind als Gruppenzweiter zu wenig. Statt auf dem Platz machte Nigeria mit sportpolitischen Eskapaden auf sich aufmerksam: Nach dem WM-Aus in der Vorrunde wollte Staatspräsident Goodluck Jonathan die Mannschaft für zwei Jahre von allen internationalen Turnieren zurückziehen. Erst auf Druck der FIFA gab er sein Vorhaben auf. Algerien Die «Wüstenfüchse» qualifizierten sich erst in letzter Minute für die WM 2010 in Südafrika und schieden dort als Gruppenletzter nach der Vorrunde aus. Das gleiche Schicksal droht nun in der Afrika-Cup-Qualifikation: Vier Punkte aus vier Spielen, letzter Platz der Vorrundengruppe D. Zuletzt setzte es eine 0:4-Klatsche beim Nachbarn Marokko. Nur zwölf Stunden später nahm Trainer Abdelhak Benchika, der erst im September 2010 angetreten war, seinen Hut. In der FIFA-Weltrangliste seit Juli 2010 um acht Plätze auf Platz 41 abgerutscht, in der Afrikawertung nur noch Siebter. Ägypten Die «Pharaonen» verpassten zwar die Qualifikation für die WM 2010 in Südafrika, waren aber im vergangenen Jahr noch Afrikas Top-Team. Inzwischen sind sie aber von Platz 9 der FIFA-Weltrangliste auf Rang 36 abgerutscht. Auf dem Kontinent haben Ghana und die Elfenbeinküste dem Afrikameister den Rang abgelaufen. Seinen Titel wird Ägypten 2012 wohl nicht verteidigen können: In der Qualifikation sammelte das Team bisher nur zwei Punkte. Deshalb trat Erfolgstrainer Hassan Shetata inzwischen zurück.
 |