Shooting-Star setzt Ribéry & Co. unter Druck
Donezk (dpa) - 07.06.2011, 13:09 Uhr
Marvin Martin (M) erzielte bei seinem Debüt für Frankreich gleich zwei Treffer.
Konkurrenz für Ribéry & Co.: Beim 4:1-Sieg der französischen Fußball-Nationalmannschaft in der Ukraine hat der eingewechselte Offensiv-Allrounder Marvin Martin in seinem ersten Länderspiel eine große Show abgeliefert und in der Schlussphase gleich zweimal getroffen (87./90.+1). Zwischendurch gab der 22-Jährige auch die Vorlage für das 3:1 durch Younes Kaboul (89.). «Martin besser als (Zinedine) Zidane», titelte die Sportzeitung «L'Équipe». Auch Ex-Idol Zidane hatte bei seinem Debüt bei den «Bleus» 1994 gegen Tschechien nach der Einwechslung in der 63. Minute zwei Tore geschossen. Martin schaffte in nur 15 Minuten zusätzlich eine Torvorlage. Aber es geht nicht nur um Zahlen: «Er (Martin) hat herausragend gespielt», stellte «L'Équipe» fest. Vor 11 200 Zuschauern hatte Bayern-Profi Anatolij Timoschtschuk die Gastgeber im EM-Stadion in Donezk in der 53. Minute in Führung gebracht, ehe Kevin Gameiro fünf Minuten später der Ausgleich gelang. Franck Ribéry, der zweite Bayern-Profi in diesem Spiel, wurde in der 64. Minute eingewechselt, blieb aber unauffällig.
Frankreichs Trainer Laurent Blanc, der mit seinem Team eine Serie von neun Spielen ohne Niederlage vorweisen kann (sieben Siege und zwei Remis), lobte die «jungen Wilden» um Martin, Kaboul, Gameiro, Mamadou Sakho und Blaise Matuidi in höchsten Tönen. Sie würden die Stammspieler nun unter Druck setzen: «Bravo! Wer hätte gedacht, dass die Neuen die Toren schießen würden. Das wird die Konkurrenz im Team beleben». Martin konnte unterdessen sein Glück nicht fassen: «Mensch, ich denke, ich träume. Ich werde diesen Tag niemals vergessen», sagte der Mann, der diese Saison beim Ligue-Fünften FC Sochaux zum besten Vorlagengeber Frankreichs avancierte. Nicht nur die Medien, auch die Teamkollegen waren von der Leistung Martins angetan. «Es heißt nicht mehr ZZ (Zidane), jetzt heißt es MM!», schrie Yann M'Vila in der Kabine. Auch Ribéry lobte den Neuling: «Er ist ein guter Spieler. Nicht viele schießen im ersten Spiel zwei Tore.» Er warnte den Shooting-Star aber auch: «Das Härteste kommt noch.» Der Flügelflitzer war nach dem 1:1 in der EM-Qualifikation in Weißrussland von den französischen Medien scharf kritisiert worden. Seit April 2009 und nunmehr 16 Spielen trifft Ribéry im blauen Trikot nicht mehr.
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