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Drei Serie A-Spiele im Wettskandal unter Verdacht

Rom (dpa) - 07.06.2011, 17:20 Uhr

Auch im italienischen Fußball soll es nicht mit rechten Dingen zugegangen sein.
Auch im italienischen Fußball soll es nicht mit rechten Dingen zugegangen sein.

Mit AS Rom und AC Florenz sind nun auch zwei Top-Clubs in den italienischen Fußball-Wettskandal hineingezogen worden.

Einer der mutmaßlichen Wettbetrüger behauptete in einem Verhör der Staatsanwaltschaft Cremona, dass das Erstligaduell der beiden Clubs (2:2) sowie die Spiele zwischen Lecce und Cagliari (3:3) und zwischen CFC Genua und Lecce (4:2) manipuliert worden seien. Wie und von wem, gab der 55-jährige Arzt Marco Pirani nicht an. «Alle Angaben müssen deshalb überprüft werden», betonte Untersuchungsrichter Guido Salvini. Die betroffenen fünf Clubs wiesen die Verdächtigungen zurück.

Unterdessen haben nach dem Sportdirektor des Drittligisten Ravenna Calcio, Giorgio Buffone, auch zwei Fußballer des Zweitligisten Ascoli zumindest teilweise gestanden. Wie die «Gazzetta dello Sport» berichtete, gab Vincenzo Sommese die gegen ihn erhobenen Vorwürfe zumindest zum Teil zu. Er betonte jedoch, dass der Club nichts damit zu tun gehabt habe.

Auch Vittorio Micolucci legte ein Teilgeständnis ab. Die Ermittler spielten ihm ein abgehörtes Gespräch von ihm mit Pirani vor, in dem sich der Verteidiger entschuldigte, beim 1:1 gegen Bergamo kein Gegentor verursacht zu haben und Wiedergutmachung für den Wettverlust versprach. Micolucci behauptete jedoch, nur zum Schein auf den Deal eingegangen zu sein und nie Spiele manipuliert zu haben.

Der leitende Ermittler der Polizei, Sergio Lo Presti, äußerte sich am Dienstag zufrieden mit dem Fortgang der Untersuchungen: «Vielleicht können wir Ende der Woche ein erstes Fazit ziehen», sagte der Polizist. Die Verhöre wurden am Dienstag fortgesetzt.


Inzwischen ermitteln bereits fünf Staatsanwaltschaften im Wettskandal. Neben Cremona sind dies die Behörden in Bari, Potenza, Reggio Calabria und Neapel, wo vor allem Verbindungen zur Camorra untersucht werden. Die italienische Regierung richtete im Einvernehmen mit dem Nationalen Olympischen Komitee Italiens (CONI) und dem italienischen Fußballverband (FIGC) eine «Task Force» zur Aufklärung der Affäre ein. CONI-Präsident Gianni Petrucci forderte erneut ein hartes Durchgreifen: «Die Glaubwürdigkeit des Sports und das Vertrauen in das Wettsystem stehen auf dem Spiel», sagte Petrucci.

Am Mittwoch wird der unter Hausarrest stehende Ex-Nationalspieler und Lazio-Rom-Kapitän Beppe Signori in Cremona verhört. Er ist neben Atalanta Bergamos Spielführer Cristiano Doni der prominenteste Verdächtige.

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