Zürich (dpa) - 05.06.2011, 12:49 Uhr
Der Fußball-Weltverband FIFA hat nach der überraschenden 1:4-Testspielniederlage von Argentinien gegen Nigeria Ermittlungen aufgenommen. Setzmuster auf dem Wettmarkt sollen nahelegen, dass das Spiel ins Visier von Betrügern geraten war.
«Wir haben ein aktives Interesse an dem Spiel und es ist Teil einer breiteren, andauernden FIFA-Untersuchung», teilte der Dachverband mit. Die Partie hatte am 1. Juni in Abuja stattgefunden. Der zweimalige Weltmeister Argentinien war gegen die Nigerianer ohne seine Superstars um Weltfußballer Lionel Messi angetreten und hatte das Match klar verloren.
In dem Spiel gab der ehemalige FIFA-Schiedsrichter Ibrahim Chaibou (Niger) zwei Strafstöße, einen für Nigeria und einen für die Südamerikaner. Er verhängte den höchst zweifelhaften Handelfmeter vor dem argentinischen Treffer in der 98. Minute. Fernsehbilder zeigen, dass der Ball einem nigerianischen Abwehrspieler auf den Oberschenkel prallt. Die Nachspielzeit war eigentlich für fünf Minuten angesetzt worden.
Medienberichten zufolge sollen zuvor beim Stand von 4:0 hohe Einsätze auf ein fünftes Tor eingegangen sein. «Der Markt ging in der 86. Minute davon aus, dass die Wahrscheinlichkeit niedriger ist, dass es keine Treffer mehr geben würde», sagte Matthew Benham vom Online-Wettanbieter SmartOdds. Er vermutete, dass Einsätze von «wahrscheinlich mehr als einer Million Pfund» für diesen Umschwung gesorgt hätten.
Der ausrichtende nigerianische Verband (NFF) teilte mit, dass er die Untersuchung der FIFA unterstütze und eigene Ermittlungen gestartet habe, aber «keine Kenntnis von jeglichen verdächtigen Motiven» besitze. «Bis es ohne Zweifel bewiesen ist, glauben wir, dass wir dieses Spiel fair gewonnen haben», betonte NFF-Generalsekretär Musa Amadu. Argentiniens Trainer Sergio Batista sagte, dass er «nichts Alarmierendes» bemerkt habe.
Referee Chaibou hatte im vergangenen Jahr bereits das Freundschaftsspiel zwischen Bahrain und einem Team, das sich als Togos Nationalmannschaft ausgegeben hatte, gepfiffen. Diese Partie wird ebenfalls von der FIFA untersucht.