Gelb-Rot: van Bommels Liga-Debüt ein «Alptraum»
Mailand (dpa) - 30.01.2011, 11:43 Uhr
Zweites Spiel und gleich Gelb-Rot! Mark van Bommel verlässt unter den Augen von AC-Trainer Allegri den Platz.
Dem umjubelten Pokal-Debüt folgte bei der Liga-Premiere für den AC Mailand ein Debakel. Der ehemalige Bayern-Kapitän Mark van Bommel spielte beim 2:0-Sieg des Tabellenführers in Catania schwach und flog nach nur 54 Minuten mit Gelb-Rot vom Platz. «Er hätte schlauer sein müssen», kritisierte Milan-Trainer Massimiliano Allegri den erst in der vergangenen Woche von den Münchnern verpflichteten Niederländer. «Das war ein Alptraum», urteilte die «Gazzetta dello Sport» über den überharten Einsatz des Oranje-Stars. «Im Angriff verlorene Bälle versucht er oft mit Härte zurückzuerobern», beobachtete Italiens größte Sporttageszeitung. Nach seinem Foul gegen Nicolas Spolli drückte Schiedsrichter Paolo Tagliavento beim zweiten rüden Einstieg des Mittelfeldspielers gegen Alejandro Gomez noch ein Auge zu. Bei van Bommels nächster, nicht ganz so brutaler Attacke gegen Pablo Ledesma wurde es dem Unparteiischen dann aber zu bunt.
«Das war kein Platzverweis», nahm Teamkollege Robinho den 33-jährigen Neuzugang zwar in Schutz. Trainer Allegri akzeptierte dagegen den letztlich gerechtfertigten Ausschluss, wollte van Bommel aber auch nicht wie einen Rambo aussehen lassen. «Er ist es eben gewohnt, sehr zu attackieren, und für solche Fouls gibt es in der Bundesliga keine Gelbe Karte», meinte der Coach, der den Maastrichter nach dem 2:1-Viertelfinalsieg im Pokal gegen Sampdoria Genua als «prima Fußballer und Anführer» gelobt hatte. Die überharte Gangart seiner Mittelfeldspieler hätte Allegri allerdings den Sieg in Catania kosten können. Vor van Bommel stand bereits der erneut in der Startformation aufgelaufene deutsche Junioren-Nationalspieler Alexander Merkel vor einem Platzverweis. Der Ex-Stuttgarter sah bereits in der 21. Minute die Gelbe Karte und hatte nach einem erneuten Foul an Spolli Glück, nicht vom Schiedsrichter vorzeitig zum Duschen geschickt zu werden. |