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Kleinkrieg zwischen Cruyff und Barça-Chef Rosell

Madrid (dpa) - 26.12.2010, 14:19 Uhr

Johan Cruyff will Geld für seine Stiftung.
Johan Cruyff will Geld für seine Stiftung.

Johan Cruyff gegen Sandro Rosell: Die Fußball-Legende des FC Barcelona und der Vereinspräsident der Katalanen können sich nicht ausstehen.

Während die Barça-Elf auf einer Erfolgswelle schwimmt und im Titelkampf mit Real Madrid die Nase vorn hat, liefern Cruyff und Rosell beim spanischen Fußballmeister sich hinter den Kulissen einen Kleinkrieg. Der frühere Weltstar und der amtierende Vereinschef lassen kaum eine Gelegenheit aus, übereinander herzuziehen.

Zuletzt hielt Cruyff, der viele Jahre bei Barça als Spieler und als Trainer unter Vertrag gestanden hatte, der Clubführung vor, seiner Stiftung 100 000 Euro schuldig zu sein. «Wir rufen jede Woche an, aber der Verein zahlt einfach nicht», beklagte der Niederländer sich im Sender Catalunya Ràdio. «Das Geld ist nicht für mich, sondern für die (von der Stiftung unterstützten) Kinder.» Rosell solle sich wie ein Gentleman verhalten und zahlen.

Dies war nur die jüngste Episode in dem seit langem währenden Zwist. Rosell hatte dem Niederländer vor fünf Jahren in einem Buch vorgehalten, von außen in den Verein hinzuregieren und den damaligen Barça-Präsidenten Joan Laporta unter seiner Fuchtel zu halten. Als der 46 Jahre alte Unternehmer im vorigen Sommer zum Vereinschef gewählt wurde, bemängelte er, dass Cruyff eigentlich zu Unrecht zum Ehrenpräsidenten des Clubs ernannt worden sei. Ein solches Amt sei in den Vereinsstatuten gar nicht vorgesehen. Der Niederländer war über die Äußerungen so verärgert, dass er persönlich zur Barça- Geschäftsstelle ging und die Ernennungs-Urkunde zurückgab.

Neuen Ärger gab es Anfang Dezember, als die Katalanen mit der Qatar Foundation des Emirats Katar erstmals in der Vereinsgeschichte eine kommerzielle Trikotwerbung vereinbarten. Cruyff sah darin einen Verstoß gegen den Barça-Slogan «més que un club» (mehr als nur ein Verein). «Nun ist der FC Barcelona nur ein Verein mehr wie jeder andere», stichelte der Niederländer. Dabei verschwieg er allerdings, dass er vor mehreren Jahren sich selbst für Trikotwerbung ausgesprochen hatte. Rosell konterte die Cruyff-Kritik mit der ironischen Bemerkung: «Cruyff ist ein Mythos, und die Mythen haben immer Recht.»

Bisher scheiterten alle Versuche, den Kleinkrieg beizulegen. Rosell lud den Niederländer zur Gala für die Ernennung des Weltfußballers des Jahres 2010 ein. Die Ehre wird in jedem Fall einem Barça-Stars zuteil: Lionel Messi, Xavi oder Andrés Iniesta. Cruyff schlug die Einladung jedoch aus. Er habe bereits andere Verpflichtungen, sagte er.


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