Chelsea hat den Blues - Tottenham dreht Derby
London (dpa) - 21.11.2010, 19:14 Uhr
Wayne Rooney kehrte nach fünfwöchiger Verletzungspause in den ManU-Kader zurück.
Tabellenführer FC Chelsea hat der November-Blues erfasst, Verfolger Manchester United siegt mit Rückkehrer Wayne Rooney mühsam und der FC Arsenal verliert erstmals in 17 Jahren zu Hause gegen den Erzrivalen Tottenham Hotspur: Englands Premier League zeigt sich im Moment so unberechenbar wie lang nicht. «Will überhaupt jemand Meister werden?», fragte die «Sunday Times», während Spurs- Trainer Harry Redknapp für Werder Bremens Champions-League-Gegner Ambitionen anmeldete. «Die Meisterschaft ist offen. Chelsea ist nicht mehr so gut wie früher, Manchester United ebenso - Tottenham kommt näher. Warum sollten wir nicht Meister werden?» Eigene Ansprüche unterstrich auch Manchester City. Nach zuletzt trostlosen Auftritten überrannte die Elf des deutschen Nationalverteidigers Jerome Boateng - der frühere Hamburger gehörte aber nicht zum Aufgebot - den FC Fulham mit 4:1 (3:0). Carlos Tevez (6./56.), Pablo Zabaleta (32.) und Yaya Touré (35.) ließen den «Cottagers» unter dem vor knapp einem Jahr bei City entlassenen Mark Hughes keine Chance und untermauerten ihre Position unter den Top Vier.
Während Boatengs «Citizens» nach zuvor zwei Nullnummern wieder Tritt fassten, hängt bei Chelsea nach dem frustrierenden 0:1 bei Birmingham City durch Lee Bowyer (17. Minute) und der dritten Pleite im vierten Spiel der Haussegen schief. Zwei Schlappen in Serie kassierten die «Blues» zuletzt 2006, das Boulevardblatt «Mail on Sunday» rief schon den Anfang vom Ende der Ära von Trainer Carlo Ancelotti aus. «Carlo am Boden», titelte auch die auflagenstarke «News of the World». Laut «Sunday Mirror» legte der Verein gar Vertragsverhandlungen mit dem Italiener auf Eis. Dabei blieb Chelsea dank der besseren Tordifferenz Erster vor ManU, das ein am Ende zu neunt spielendes Wigan Athletic mit 2:0 schlug. «Die Premier League ist diese Saison seltsam», meinte Ancelotti nachdenklich. «Wir verpassen Chancen, aber andere Mannschaften auch.» In Birmingham konnte Chelsea Ausfälle wie den von Kapitän und Abwehrchef John Terry nicht kompensieren. Einmal mehr machte sich die dünne Personaldecke des früheren Clubs von Michael Ballack bemerkbar, die dem Sparkurs des russischen Eigners Roman Abramowitsch geschuldet ist. Die fristlose Entlassung von Co-Trainer Ray Wilkins, offenbar auf Abramowitschs Geheiß, sorgte zuletzt für zusätzliche Unruhe. |