Zum Länderspiel-Abschluss: Iberer werben für WM
Berlin (dpa) - 16.11.2010, 15:28 Uhr
Portugals Nationalspieler Cristiano Ronaldo wirbt mit einem Shirt für die WM-Bewerbung von Spanien und Portugal.
Weltmeister Spanien und Nachbar Portugal nutzen den Abschluss des Länderspiel-Jahres noch einmal zur Werbung für die «iberische Kandidatur» um die Weltmeisterschaft 2018. Gut zwei Wochen vor der Vergabe der WM-Turniere 2018 und 2022 durch den Weltverband FIFA treten die beiden Fußball-Großmächte in Lissabon noch einmal gegeneinander an, ehe sie sich am 2. Dezember in Zürich Hand in Hand den Zuschlag für die gemeinsame Ausrichtung des Großereignisses in acht Jahren erhoffen. «Es ist somit ein wichtiges Spiel. Beide Länder haben bisher eine großartige Arbeit geleistet und können es schaffen», glaubt Weltmeister-Coach Vicente del Bosque. In weiteren Top-Duellen treffen die WM-Versager England und Frankreich sowie die Südamerika-Rivalen Argentinien und Brasilien aufeinander. Und die Niederlande fordern mit Rückkehrer Mark van Bommel den deutschen EM-Qualifikationsgegner Türkei heraus.
Anders als bei der DFB-Elf und vielen anderen Teams, die die Freundschaftsspiele zum Testen von Talenten nutzen, berief Del Bosque angesichts der WM-Bewerbung 22 seiner 23 WM-Helden ins Aufgebot. Nur Jesús Navas (Knöcheloperation) fehlt. Juan Mata und Fernando Torres werden geschont. Die Portugiesen um Cristiano Ronaldo hoffen auf eine Revanche für den Achtelfinal-K.o. bei der WM-Endrunde in Südafrika (1:0 für Spanien). «Wir wollen gewinnen», tönte Manuel Fernandes. Dafür würde er notfalls seinem Ex-Teamkollegen David Villa «in die Knochen treten und ihn dann natürlich umarmen», warnte der Mittelfeldakteur den Profi des FC Barcelona halb im Scherz. Top-Ass Cristiano Ronaldo, der auf seine Clubkollegen von Real Madrid trifft, hat guten Grund zum Feiern: Er bestreitet sein 75. Länderspiel und soll vor dem Anpfiff vom FPF-Verband offiziell dafür geehrt werden. |
Paul Bento, Nachfolger des mit Schimpf und Schande davongejagten Nationaltrainers Carlos Queiroz, will in seinem dritten Spiel auf der Bank seine «weiße Weste» behalten und erneut gewinnen. Leicht wird das Unterfangen gegen Xavi, Iniesta & Co. nicht, wie ein Blick in die Statistik zeigt: In 36 Aufeinandertreffen gab es für die «Selecção» nur sieben Siege (zuletzt bei der Heim-EM 2004), aber 17 Niederlagen. Beim ewig jungen Duell Argentinien gegen Brasilien will Lionel Messi einen ganz speziellen Triumph feiern. «Mit der A-Nationalelf habe ich noch nie gegen Brasilien gewonnen», verriet der argentinische Weltfußballer mit Blick auf das Prestige-Match in Doha. Und ergänzte lächelnd: «Jetzt wird es aber Zeit für das erste Mal.» Verletzungsbedingt fehlen Argentinien Carlos Tevez, Walter Samuel, Sergio Agüero sowie Diego und Gabriel Milito. Der Einsatz von Bayern- Profi Martin Demichelis (Muskelblessur) ist offen. Brasiliens neuer Auswahl-Coach Mano Menezes hat Ronaldinho reaktiviert. Der 30-Jährige war bei Vorgänger Carlos Dunga in Ungnade gefallen. Menezes: «Mit ihm wird die Seleção stärker respektiert. Er verfügt nicht mehr über diesen unwiderstehlichen Startspurt. Aber er ist immer noch der Typ Spieler, der den Rhythmus des Teams diktieren kann.» Wenn «Oranje» die Türkei empfängt, blickt auch der FC Bayern nach Amsterdam, um zu sehen, ob Mark van Bommel unverletzt bleibt. Denn nach Einsätzen in der EM-Ausscheidung gegen Moldawien und Schweden konnten die Bayern ihren Kapitän wochenlang nicht aufstellen. Diesmal aber hat Van Bommel den Segen von Louis van Gaal. «Ich denke, dass es für Mark gut ist, weil er wieder Minuten spielt.» Van Bommel sagte nach Gesprächen mit Van Gaal, Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge und Präsident Uli Hoeneß: «Es wäre schlau, 45 Minuten zu spielen.» Derweil setzen die wohl größten WM-Versager nun auf das «deutsche Rezept»: Im Spiel England - Frankreich im Londoner Wembley-Stadion erhalten viele Talente eine Chance. «Unser Wiederaufbau wird enorm lange dauern, weil wir viele junge Spieler haben», warb Blanc vor dem Prestige-Duell um Verständnis für etwaige Probleme. England sei den «Blauen» im Kollektiv und individuell weit voraus, so Blanc, der nach dem peinlichen Vorrunden-Aus Raymond Domenechs Posten übernommen hatte. Doch auch Englands Coach Fabio Capello nominierte viele Youngster, da die Zeit der «Oldies» wie David Beckham abgelaufen ist.
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