Milan feiert vor dem Derby grandioses Comeback
Mailand (dpa) - 11.11.2010, 17:58 Uhr
Milans Thiago Silva (l) im Kopfballduell mit Palermos Giulio Migliaccio.
Zwei Jahre hat der AC Mailand auf diesen Moment gewartet. Zum ersten Mal seit 2008 steht Milan wieder allein an der Spitze der italienischen Fußball-Liga. Pünktlich vor dem Mailänder Derby am 14. November überholte der Berlusconi-Club (23 Punkte) am elften Spieltag der Serie A dank seines überragenden Stürmerstars Zlatan Ibrahimovic den bisherigen Tabellenführer Lazio Rom (22), hielt den SSC Neapel (21) auf Distanz und hängte den schwächelnden Titelverteidiger Inter (20) ab. «So haben wir für das Duell mit Inter Selbstvertrauen getankt», meinte Milan-Trainer Massimiliano Allegri. Milan bezwang zu Hause den US Palermo mit 3:1 und löste damit auf Sizilien ein Erbeben aus. Der über den schwachen Schiedsrichter Luca Banti erboste Club-Besitzer Maurizio Zamparini erklärte anschließend seinen Ausstieg aus dem Profi-Fußball und stellte den US Palermo zum Verkauf.
«Nach einem mehr als 25-jährigen Kampf verlasse ich geschlagen eine pseudo-sportliche Welt, in der die Werte der Fairness immer mehr verschwunden sind», schrieb der 69-jährige Unternehmer auf der Internetseite des Vereins. Er unterstellte Top-Clubs wie Inter und AC Mailand sowie Juventus Turin indirekt eine Manipulation der Liga. «Es regiert die wirtschaftliche und mediale Macht von drei bis vier Clubs, die mit allen Mitteln die Titel nur unter sich aufteilen wollen», behauptete Zamparini. Während Milan auch dank zweier Palermo verweigerter Elfmeter und eines nicht gesehenen Handspiels von Massimo Ambrosini klar gewann, blamierte sich Lazio mit einem 0:1 beim Aufsteiger AC Cesena. Nach der Derbypleite gegen den AS Rom am vergangenen Wochenende war dies die zweite Niederlage in Folge. Lazios Höhenflug ging damit abrupt zu Ende - Inters Leidensweg hält an: Der von einer Verletzungsmisere geplagte Champions-League-Gewinner kam wie zuletzt gegen Brescia auch in Lecce nicht über ein 1:1 hinaus. «Inter hat das Siegen verlernt», titelte die «Gazzetta dello Sport». |