BVB am Boden - Klopp: «Bittere Erfahrung»
Offenbach (dpa) - 28.10.2010, 12:32 Uhr
BVB-Torwart Roman Weidenfeller liegt beim Elfmeterschiessen am Boden.
Als der Traum vom ersten Pokaltriumph seit 21 Jahren geplatzt war, schlichen Borussia Dortmunds Spieler mit hängenden Köpfen an den tanzenden Offenbacher Drittliga-Kickern vorbei in die Kabine - und auch «Frohnatur» Jürgen Klopp wirkte nach dem Pokal-K.o. wie ein Häufchen Elend. «Das ist eine ganz bittere Erfahrung, die wir nicht gebraucht hätten. Es fällt uns schwer, diese Niederlage zu akzeptieren, weil wir unbedingt in die nächste Runde wollten. Es tut weh für den Verein, für die Fans, für die Mannschaft und fühlt sich ganz schlecht an», sagte der BVB-Coach nach dem 2:4 im Elfmeterschießen mit Leichenbittermiene. Bei der Analyse hielt sich Klopp kurz. «Wir haben 120 Minuten Druck gemacht. Was uns gefehlt hat, war die letzte Konsequenz im Abschluss oder dass Robert Wulnikowski mal gestolpert wäre. Er hat überragend gehalten», lobte Klopp den Offenbacher Torhüter. Der 33 Jahre alte Routinier war der große Rückhalt der aufopferungsvoll kämpfenden Hausherren und avancierte mit zwei Paraden im Elfmeterschießen gegen Lucas Barrios und Robert Lewandowski endgültig zum Matchwinner. «Robert hat uns am Leben gehalten. Aber die gesamte Mannschaft hat ein Riesenlob verdient. Ich bin stolz auf meine Jungs», erklärte Offenbachs Trainer Wolfgang Wolf.
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Ausgerechnet vor dem Gipfeltreffen in der Fußball-Bundesliga beim Tabellenführer FSV Mainz 05 wurden die Dortmunder «Himmelsstürmer» vom Drittliga-Primus von Wolke sieben heruntergeholt. «Wir wussten, dass ein Rückschlag kommen würde. Vom Ergebnis her ist er da, fußballerisch nicht», sagte Nuri Sahin. «Mal sehen, wie wir damit umgehen», meinte Klopp und schickte seinen Wunsch gleich hinterher: «Das Spiel heute war wie gegen Sevilla in der Europa League. Da hatten wir auch viele Chancen und haben am Ende verloren. Und im nächsten Bundesligaspiel waren wir wieder da.» Einen Unterschied gibt es jedoch: Die vermeidbare Pokal-Niederlage ist für den BVB nicht mehr zu reparieren. Und sie schmerzt nicht nur sportlich, sondern auch finanziell. «Ich höre immer, Kickers Offenbach kann das Geld besser gebrauchen als wir. Das sehe ich nicht so. Aber ich wünsche dem OFC alles Gute und dass sie mit der Kohle etwas Anständiges anfangen», sagte Klopp. |