Die wackeren, jungen Schwaben (Altersdurchschnitt 22,6 Jahre) hatten sogar zunächst die besseren Chancen. Robert Lechleiter, einziger VfR-Akteur mit Bundesliga-Erfahrung, scheiterte an Nationaltorwart Manuel Neuer (5.), kurz nach dem Platzverweis verfehlte ein Heber des früheren Rostockers das Ziel (22.), auch ein Kopfball von Marco Grüttner (28.) flog vorbei. Und von Schalke: kam noch zu wenig. Deutlich war zu spüren, dass der Wunsch von Trainer Felix Magath nach einem kreativen Mittelfeldmann berechtigt ist. In Aalen verzichtete Magath auf Superstar Raul, der rechtzeitig vor dem Ligastart am Samstag beim Hamburger SV sein Trainingsdefizit aufholen soll. Bundesliga-Aufsteiger Erik Jendrisek vertrat den Weltstar lediglich leidlich. Real-Rückkehrer Metzelder stand in der Anfangsformation, wurde wenig gefordert, war vor seinem Strafstoßfoul kurz vor Schluss aber zu langsam. Kurz vor der Pause drehte Schalke auf. Farfans Volley (40.) strich noch am Tor vorbei. Kurz darauf zielte der Peruaner besser. Beinahe hätte Ivan Rakitic sogar noch vor der Pause erhöht, sein Freistoß (44.) landete aber am Pfosten. Im zweiten Abschnitt brauchte Schalke nur 48 Sekunden, um für die Vorentscheidung zu sorgen. Eine Flanke des eingewechselten Lukas Schmitz köpfte der 25-Jährige ein. «Er ist ein Riesenspieler keine Frage, er könnte mehr Tore schießen. Ich würde mich nicht nur auf ihn verlassen», sagte Magath. Während VfR-Trainer Rainer Scharinger sein Jugend-Idol Magath mit einem in der Halbzeitpause angekündigten «taktischen Konzept» noch überraschen wollte, hatte sich der Schalke-Coach schon wieder für Personalexperimente entschieden. Neben Schmitz wurde auch Marco Quotschalla aus der 04-Reserve eingewechselt und kam so zu seinem Pflichtspieldebüt im A-Team. Die Aalener Gegenwehr war durch das zweite Tor gebrochen. Schalkes Sieg geriet nach dem Elfmeterschreck nicht mehr ernsthaft in Gefahr.
 |